Aufsichtsratsitzung: IDR: Vorstands-Suche startet

Aufsichtsratsitzung : IDR: Vorstands-Suche startet

Nach langer Zeit hatte der Aufsichtsrat der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz eine fast harmonische Sitzung: Ein Suchauftrag für die Nachfolge von Heinrich Pröpper steht, eine Lösung für die Zwischenzeit ist vertagt.

Die Staatsanwaltschaft wird wohl noch zwei Wochen brauchen, um das vor einer Woche bei Razzien im Rahmen des IDR-Skandals mitgenommene Material auszuwerten. Bei der städtischen Tochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) selbst scheint inzwischen Ruhe einzukehren.

Am Montag traf sich der Aufsichtsrat zu einer dreieinhalbstündigen Sondersitzung. Doch anders als die vergangenen Male verlief sie diesmal in relativer Harmonie. Auf der Tagesordnung stand auch die Nachfolge für den ausgeschiedenen Vorstand Heinrich Pröpper, gegen den inzwischen die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Bei dem Skandal geht es um hohe Bewirtungsrechnungen, Geschenke, Spenden und mögliche Steuervorteile des Ex-Vorstands der Stadttochter, die Immobilien besitzt und Bauprojekte entwickelt. Einmütig hat der Aufsichtsrat sich dafür ausgesprochen, dass OB Dirk Elbers als Vorsitzender des Gremiums einen Headhunter mit der Suche nach einem Nachfolger für Pröpper beauftragt.

Vermutlich wird es wieder die Firma Kienbaum sein, die auch aktiv war, als es darum ging, dem langjährigen Alleinvorstand Pröpper einen zweiten Mann zur Seite zu stellen: Im September 2011 fing Denis Rauhut an und präsentierte dem Kontrollgremium einen Wirtschaftsplan, der Unregelmäßigkeiten aufdeckte. Es wird damit gerechnet, dass es ein halbes bis ein Jahr dauert, bis jetzt ein Nachfolger gefunden ist.

Die Entscheidung darüber, ob und welche Lösung für die Zwischenzeit gelten soll, wurde bis zur nächsten regulären Sitzung des Aufsichtsrats am 24. April vertagt. Stadtplanungsdezernent Gregor Bonin soll bis dahin mit Rauhut in Kontakt stehen. Elbers hatte mehrfach betont, Bonin sei an dieser Stelle sinnvoll, weil er alle laufenden und anstehenden Projekte der IDR kenne. Dazu gehören das Projektmanagement beim Kö-Bogen, das Schloss Eller, aber auch der ISS Dome.

Er soll Rauhut auf Wunsch des Aufsichtsrats für die nächste Zeit als technischer Berater zur Seite gestellt werden. Noch offen ist die Frage, ob für die Zeit, bis der neue Kopf gefunden ist, ein Interims-Vorstand berufen wird. Das richte sich danach, so ist aus Aufsichtsratskreisen zu hören, wie lange die Suche dauere. Bei einem halben Jahr, so die Ansicht, lohne es sich sicherlich nicht.

Im Fall Bonin wird zudem als bedenklich gesehen, dass er als Beigeordneter die Bauaufsicht bei Projekten habe, die von der IDR realisiert werden. Er müsse sich also möglicherweise selbst kontrollieren. Eine Rolle dürfte bei der Frage nach einem Interims-Vorstand sicherlich auch die Bezahlung spielen. Pröpper soll 210.000 Euro im Jahr verdient haben. Wobei davon auszugehen ist, dass Bonin nicht freigestellt, seine Beigeordneten-Bezüge also angerechnet würden.

Ein weiteres Thema in der Sitzung war das Wellness-Center, das am Elbsee entstehen soll. Der Investor, die Theune Spa, hat offenbar nach wie vor hohes Interesse an dem 20-Millionen-Euro-Projekt. Im Raum steht nun die Frage, wie die Verträge ausgestaltet werden sollen, wer was baut und welches Konstrukt am besten für die IDR und somit für die Stadt ist.

(anch)
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