IDR und Händler streiten sich um Großmarkt Düsseldorf

Streit zwischen Händlern und Stadt : Darum gibt es Ärger um den Großmarkt Düsseldorf

Eigentlich wollen Stadt, IDR und Händler dasselbe: einen neuen und zukunftsfähigen Markt. Trotzdem gibt es Streit – und zwar ums Geld, genauer gesagt um die Miete, die die Großmarkthändler künftig zahlen sollen.

Der Großmarkt an der Ulmenstraße soll modernisiert werden. Gemeinsam haben die Stadttochter Industrieterrain Düsseldorf Reisholz (IDR) als Immobilien-Projektentwickler und die Händler des Großmarktes an einem neuen Konzept gearbeitet. Das sieht nicht nur Modernisierung und Neubau der Markthallen vor, sondern auch die Struktur des Marktes verändert sich: Die Händler selbst werden auch die Betreiber. Doch nun gibt es Streit zwischen ihnen und der Stadt. Die Fakten und Hintergründe im Überblick.

Worum geht es in dem Streit? Der Großmarkt ist in einem schlechten Zustand, die Hallen sind nicht vollständig ausgelastet, die Infrastruktur ist veraltet. Das soll sich ändern. Schon vor ein paar Jahren hatte die Großmarktgilde deshalb den Wunsch geäußert, den Markt selbst zu betreiben. Derzeit sind die Händler Mieter der Stadt, der die Fläche gehört. Nun gibt es eine Lösung: Die Stadt verkauft das Gelände an ihre Tochter, die IDR. Die wiederum baut und modernisiert den Markt und vermietet ihn an die Händler, die sich unter dem Namen „Großmarkt Düsseldorf Zwei.Null“ zusammenschließen. Wie der Markt aussehen soll und wie der Umbau funktioniert, ohne dass der Marktbetrieb vollständig zum Erliegen kommt, darüber ist man sich einig. Nun geht es aber ums Geld: Die Händler beklagen, dass die IDR eine zu hohe Miete verlangt. Und die sieht das anders.

Was genau kritisieren die Händler? Peter-René Hecker, Geschäftsführer von Großmarkt Zwei.Null, wirft der IDR vor, überzogene Mietpreisvorstellungen zu haben. „Derzeit zahlen wir 8,50 bis 9 Euro den Quadratmeter für die Nettofläche, also nur für die Fläche, die wir nutzen. Bald sollen wir 12 Euro je Quadratmeter für die Bruttogeschossfläche zahlen“, sagt er. Im derzeitigen Mietpreis seien außerdem die Verwaltungsgebühren für den Markt enthalten – darum müssten sich die Händler künftig aber selbst kümmern. Hecker schätzt, dass sich der Mietpreis für die Händler verdoppelt. Dadurch seien Existenzen gefährdet. Die Summe, glaubt er, ist unter anderem dem Umstand geschuldet, dass die IDR den Boden des Großmarktes umfassend sanieren muss – das Gelände wurde bis 1935 vom Rüstungskonzern Rheinmetall genutzt. Offen sei auch, wer gewisse Entschädigungsleistungen für die  Händler übernimmt, die am alten Großmarkt erst kürzlich in ihre Stände investiert haben. Zufrieden sind Hecker und seine Mitstreiter hingegen mit der inhaltlichen Zusammenarbeit mit der IDR, die bei den Planungen stets die Wünsche der Händler miteinbezogen habe.

Die derzeitigen Planungen sehen eine Hallenfläche von insgesamt 25.000 Quadratmetern vor. Der Platz kann aber auch noch erweitert werden. Foto: IDR


Was sagen Stadt und IDR? Oberbürgermeister Thomas Geisel ist „irritiert“ über die Aussagen der Händler. Ähnlich äußert sich Ekkehard Vinçon, Vorstandsmitglied der IDR. Erst aus einer Pressemitteilung der Händler habe man erfahren, dass sie mit dem Mietpreis nicht einverstanden seien, noch am Tag zuvor habe es ein konstruktives Zusammentreffen gegeben. Die Vorwürfe der Händler weist Vinçon als falsch zurück. Schon lange habe die Stadt  Entschädigungsleistungen zugesichert und auch die Kosten für die Bodensanierung würden nicht auf die Händler abgewälzt. Die Kosten dafür trage die IDR – und verrechne das mit der Stadt beim Kauf des Grundstücks. Bei der Miete will man den Händlern indes nicht entgegenkommen: Schließlich investiere man viel Geld (wie viel genau, das will die IDR nicht sagen), da müsse dann auch bei der Miete wirtschaftlich gerechnet werden.

Wie geht es nun weiter? Die Händler wollen mit der IDR noch einmal über das Thema sprechen. Grundsätzlich wollen alle Seiten eine Einigung. „Es muss etwas an dem Standort passieren. Wenn wir einen Großmarkt in Düsseldorf wollen, dann ist das Konzept, das wir derzeit haben, das einzig zielführende“, sagt Thomas Geisel. Ob es einen Kompromiss geben kann und wie der dann aussieht, ist derzeit allerdings offen. Losgehen sollte die Sanierung des Geländes 2019.

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