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Düsseldorf: IDR-Skandal: Anklage gegen Ex-Chef Pröpper fertig

Düsseldorf : IDR-Skandal: Anklage gegen Ex-Chef Pröpper fertig

Der ehemalige Vorstand des städtischen Tochterunternehmens Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR), Heinrich Pröpper, soll angeklagt werden. Gegen ihn hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue und der Vorteilsgewährung ermittelt.

Nach Informationen unserer Redaktion ist die Anklageschrift kurz vor Ostern von der Staatsanwaltschaft dem Landgericht zugeleitet worden. Das Gericht sendet die Schrift nun zur Stellungnahme weiter an Pröpper und entscheidet nach einer Frist über die Zulassung der Anklage.

Der IDR-Skandal, in dem Pröpper als langjähriger Alleinvorstand eine zentrale Rolle spielt, eskalierte vor gut zwei Jahren und ist politisch brisant. Die IDR ist Spezialist für Immobilienentwicklung und -verwaltung, sie hat für die Stadt den Arena-Bau überwacht, den Dome errichtet und auch den Kö-Bogen-Bau mitgesteuert.

Nach einer internen Untersuchung, die zum Auflösungsvertrag mit Pröpper führte, interessierte sich auch die Staatsanwaltschaft für den Fall. Champagner- und Weingeschenke für städtische Mitarbeiter und Politiker, Partys und teure Essen waren der Auslöser.

Ende 2012 wurden Ermittlungsverfahren gegen 59 städtische Bedienstete, darunter OB Dirk Elbers, wegen des Verdachts der Vorteilsannahme eingeleitet. Die meisten Verfahren wurden inzwischen eingestellt, 38 gegen Zahlung einer Geldauflage.

Heinrich Pröpper äußerte sich gestern Abend erleichtert darüber, dass es nach der "langen Ermittlungszeit" jetzt zum Gerichtsverfahren komme. "Gegen Gerüchte kann man sich schlecht wehren, jetzt werden die Tatsachen geklärt." Er sei zuversichtlich, alle Vorwürfe entkräften zu können. Der 64-Jährige liegt zudem im Rechtsstreit mit der 100-prozentigen Stadttochter IDR. Beide Seiten melden Schadenersatzansprüche an, die IDR prüft eine Klage wegen Baukostensteigerungen. Der Ex-Vorstand fordert zudem Versorgungszahlungen.

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