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Düsseldorf: IDR-Mitarbeiter kritisieren OB

Düsseldorf : IDR-Mitarbeiter kritisieren OB

Ein an die Öffentlichkeit lancierter Brief, den die Arbeitnehmervertreter der städtischen Tochter Industrie-Terrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) an OB Dirk Elbers (CDU) geschickt haben, sorgt für Ärger im Rathaus. In dem Schreiben, das der RP vorliegt, erheben die Personalvertreter schwere Vorwürfe gegen Elbers als Chef des IDR-Aufsichtsrats. Er habe bei der Besetzung des zweiten IDR-Vorstands einen Kurswechsel vollzogen, ziehe das Verfahren in die Länge und halte sich nicht an Zusagen.

Hintergrund ist, dass es seitens der Arbeitnehmer seit Jahren Kritik an Personalführung und Finanzpolitik des IDR-Chefs Heinrich Pröpper gibt. Anders als sein verstorbener Amtsvorgänger Joachim Erwin hatte Elbers versucht, dafür eine Lösung zu finden. Die Mitglieder des Aufsichtsrats (OB, fünf Vertreter der Arbeitnehmer, vier der CDU, je zwei von SPD und Grünen sowie einer der FDP) beschlossen deshalb im Sommer 2010, Pröpper einen zweiten Vorstand für Personal und Finanzen zur Seite zu stellen.

Wenig später wurde ein Headhunter mit der Suche beauftragt. Vier Kandidaten wurden der Findungskommission vorgestellt. "Bedauerlicherweise ist aus der ursprünglichen Zuversicht nur noch Verzweiflung geworden", heißt es in dem Brief. Elbers präferiere entgegen seiner Zusage nicht den IDR-internen, sondern einen externen Kandidaten. Zudem habe er mit einem emotionalen Ausbruch auf den Vorwurf reagiert, dass Pröpper entgegen Absprachen nach wie vor Personalentscheidungen treffe.

"Dieser Brief ist unrichtig, von vorne bis hinten falsch", sagte Elbers auf RP-Anfrage und kündigte weitere Schritte an: "Die Aufgaben der IDR können auch Dritte machen." Er hätte mit Pröpper als einzigem IDR-Vorstand weiterarbeiten können, sei aber den Wünschen der Arbeitnehmervertreter entgegen gekommen, betont Elbers. Das Auswahlverfahren zur Besetzung des zweiten Postens laufe weiter. "Und wenn man sich nicht einigen kann, bleibt eben alles, wie es ist." Mit Pröpper als alleinigem Chef. Gegen Personalvertreter und SPD wäre im Aufsichtsrat nur eine Mehrheit möglich, wenn Grüne und FDP mit Elbers und der CDU stimmten.

Rückendeckung bekommt Elbers von den Aufsichtsräten Iris Bell-stedt (Grüne) und Manfred Neuenhaus (FDP). "Ich bedaure sehr, dass das in dieser Art öffentlich gemacht wurde", sagt Bellstedt. Das schade der IDR. Das Auswahlverfahren sei sauber gelaufen. Das betont auch Neuenhaus.

(RP)