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Düsseldorf: IDR-Chef Pröpper unter Druck

Düsseldorf : IDR-Chef Pröpper unter Druck

In einer siebenstündigen Sitzung hat der Aufsichtsrat der IDR das Geschäftsgebaren des langjährigen Allein-Vorstandes Heinrich Pröpper seziert. Illegales wurde nicht gefunden, weiteres Gutachten soll neue Fakten bringen.

Bei der Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) sollen neue Zeiten anbrechen, die Ära der Alleinherrschaft von Heinrich Pröpper (bis Herbst Alleinvorstand) sollen beendet werden. So könnte man beschreiben, was der Aufsichtsrat (AR) der IDR jetzt denkt, aber noch nicht in irgendeiner Form beschlossen hat.

Hintergrund: Pröpper, anerkannter Bau-Ingenieur und mit seiner Truppe Problemlöser bei städtischen Projekten wie Kö-Bogen, Arena, ISS-Dome und Tiefgarage Barbarossaplatz, ist über die Jahre als alleinige Nummer 1 offenbar einigen zu selbstbewusst und mächtig geworden.

In der jüngsten Aufsichtsratssitzung am Dienstag, eigentlich von 14 bis 18 Uhr terminiert, ging es bis in die Nacht darum, einzelne Projekte und Vorgänge in der IDR unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis, so ein AR-Mitglied, war "großes Erstaunen" über das sehr selbstbewusste Verhalten des Vorstands-Vorsitzenden.

Der hat sich zwar nichts Illegales zuschulden kommen lassen, aber dennoch ein Handeln an den Tag gelegt, das mit dem künftig neuen Aktien-Recht wohl nicht mehr vereinbar wäre, meinte ein AR-Mitglied.

Ein Rechtsgutachten, das klären sollte, ob Pröpper gegen geltendes Recht verstoßen hat, brachte ein eher neutrales Ergebnis: Keine illegale Handlungen, hieß es, das Gutachten belaste den Mann nicht. Weil es aber weitere Vorgänge gibt, die der AR nicht durchschaut, wurden die Juristen beauftragt, weiter zu forschen. Ein anderes AR-Mitglied: "Das Ganze ist noch lange nicht zu Ende, das geht noch weiter, daher auch das neue Gutachten."

Die Mammutsitzung zog sich derart in die Länge, dass sämtliche AR-Mitglieder ihre Teilnahme am gleichzeitig stattfindenden Neujahrsempfang des Flughafens versäumten. Auch OB Dirk Elbers blieb dem Airport fern, obwohl er dort eine Rede halten sollte — offenbar war ihm die IDR-Problematik wichtiger.

Quer durch alle Parteien wird betont: Weil die mangelnde Transparenz bei der IDR schon vor längerer Zeit aufgefallen war, habe man dem Vorstand Heinrich Pröpper mit Denis Rauhut einen zweiten, kaufmännischen Vorstand an die Seite gestellt. Dieser hat auch schon erste Untersuchungen gemacht und den Eindruck bestätigt, dass die Kommunikation zwischen Vorstand und AR verbesserungsfähig ist.

Der gesamte Aufsichtsrat weiß inzwischen auch, dass — wie erwartet — die Beziehung zwischen den beiden Vorständen nicht gerade innig ist, wie es einer formulierte. Pröpper war zuletzt wegen starker Preissprünge bei der Sanierung Schloss Eller und dem Bau der Tiefgarage Barbarossaplatz in die Kritik geraten: Die Garage kostet 15 statt 13, das Schloss vier statt 1,8 Mio.

(jco)