Efeubepflanzung Ideenwettbewerb für Kö-Graben gefordert

Düsseldorf · Exotische Efeu-Pflanzen, hübsch angeordnet auf weißem Split - dieser Entwurf von Tita Giese für die Gestaltung der Kö-Graben-Böschung kann dem Image von Düsseldorf schaden. Das jedenfalls befürchtet Landschaftsarchitekt Volker Püschel.

 Die Versuchsfläche mit Split hat Tita Giese in ihrem Garten.

Die Versuchsfläche mit Split hat Tita Giese in ihrem Garten.

Foto: Hans-Jürgen Bauer

Das Arrangement "würde dem Schicki-Micki-Image von Düsseldorf entsprechen", das die Landeshauptstadt habe. Gegen eine Efeubepflanzung sei im Prinzip nichts einzuwenden, nur sollten dafür standortgerechte heimische Arten verwendet werden. Angemessener für die Gartenstadt Düsseldorf sei eine Gestaltung mit schattenverträglichen Gräsern, Stauden und blühenden Frühlingsblumen. Um möglichst viele Varianten prüfen zu können, sei, so Püschel, "ein Ideenwettbewerb in Fachkreisen eine richtige Maßnahme."

Mit seinen Vorstellungen steht Püschel nicht allein da. Die Gärtnerin Ricarda Kiwit macht sich für Sumpfpflanzen wie Sumpfdotterblumen und Iris direkt an der Wasserfläche des Grabens stark. Seggen und Farne auf der Böschung könnten ebenfalls eine Variante sein.

Der teure Pflege-Aufwand, der für den Entwurf von Tita Giese nötig sei, müsse ebenfalls bedacht werden, meinen Kritiker. Vor allem der weiße Split als Untergrund sei ungeeignet. "Die Böschung ist sehr steil. Bei starken Regengüssen ist zu befürchten, dass die Steine in den Kö-Graben gespült werden", sagt der Düsseldorfer Gartenarchitekt Werner Schumann, der auch als Gutachter tätig ist. Der Split müsse dann regelmäßig ergänzt werden.

Zudem seien die weißen Steine in der Anwachs-Phase des Efeus problematisch, weil durch die starke Reflexion des Lichtes und der Wärme die jungen, empfindlichen Efeupflanzen quasi verbrennen würden. Schumann rät deshalb, kleine Abschnitte der Böschung zur Probe zu bepflanzen und die Entwicklung zu beobachten.

(RP/ila)