Wehrhahn-Linie: Ideen für Verkehr über der U-Bahn

Wehrhahn-Linie : Ideen für Verkehr über der U-Bahn

Durch den Wegfall der Straßenbahnschienen nach Fertigstellung der Wehrhahn-Linie entsteht neuer Raum. Die Frage einer SPD-Diskussion: Wie sollen die Straßen zwischen Heinrich-Heine-Allee und dem Bilker S-Bahnhof künftig gestaltet und genutzt werden?

Der Titel der Veranstaltung zeigte einen gewissen Sinn für Humor: "Alles drunter...Und drüber?" war die Einladung überschrieben. Die SPD hatte zum Diskussionsabend ins Stadtteilzentrum Bilk geladen, und gut 50 Bürger waren gekommen, um zu erfahren, wie es denn in Zukunft "drüber" aussehen könnte, also in jedem Bereich, unter dem künftig die unterirdische Wehrhahn-Linie führt.

Mit der Linie, die einen Bogen vom S-Bahnhof Bilk im Süden über die Altstadt mit Heinrich-Heine-Allee im Norden bis zur Station Am Wehrhahn im Osten beschreibt, werden die oberirdischen Gleise der Straßenbahn hinfällig und zurückgebaut. Die Linien 706 und 715 werden ab 2014, spätestens 2015 umgeleitet, da dann die Wehrhahn-Linie den Transport zwischen Bilk und Heinrich-Heine Allee übernimmt.

Martin Volkenrath, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, sagte zu Beginn der Diskussion: "Wir sind überrascht, dass einige Bereiche überhaupt nicht in Bewegung kommen." Für ihn seien vor allem Fahrradwege zwischen Bilker Bahnhof und der Heinrich-Heine-Allee wichtig.

Dann kam Sebastian Fürst zu Wort, ein Landschaftsarchitekt, der seine Vorschläge als Denkanstoß verstanden wissen wollte: "Man kann es nie allen Leuten rechtmachen."

Fürst schlug vor, den durch den Wegfall der Straßenbahntrasse frei gewordenen Raum unterschiedlich zu nutzen und plädierte zunächst für breite und sichere Fahrradwege entlang der Elisabeth- und der Talstraße: "So hätten wir einen Radweg von Bilk direkt bis zur Innenstadt."

An der Friedrichstraße hingegen könnten auf vier Meter breiten Streifen Parkplätze entstehen. Fürst: "Die Straße könnte zudem mit Bäumen aufgewertet werden. Parkplätze dienen dem Einzelhandel. Und wo die Kaufkraft steigt, bleiben den Vermietern die Mieten erhalten. Auch kleinere Geschäfte hätten eine Chance, sich zu etablieren." Hier regte sich bei den Bürgern teilweise heftiger Widerstand. Ein Besucher fragte: "Glauben Sie allen Ernstes, dass Parkplätze die Aufenthaltsqualität in der Friedrichstraße erhöhen?"

Gerd Deihle, Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung 1: "Rund 320 000 Pendler kommen täglich nach Düsseldorf, davon 220 000 mit dem Auto. Sie können machen, was sie wollen: Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten." Mehr Grün und weniger Autoverkehr wünschten sich die meisten. Dass sie überhaupt geführt wurde, ist wohl die Einsicht nach Stuttgart 21, dass Bürgereinbindung unbedingt notwendig ist.

Matthias Herz, verkehrspolitischer Sprecher der SPD: "Die Wehrhahn-Linie ist gut angelegtes Geld, wenn wir den Verkehr merklich nach unten verlegen. Wenn wir oben was Tolles hinbekommen, hat die Stadt gewonnen."

(RP)
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