Ideen für Stadtsauberkeit in Düsseldorf gesucht

Nach Konflikt in Düsseldorf : Ideen für Stadtsauberkeit gesucht

Gemeinsam arbeiten Stadt und Awista an einem Konzept, wie etwa Containerstandorte besser sauber gehalten werden können. Als Vorbild dienen auch andere Städte.

Nachdem Anfang des Jahres der Konflikt zwischen OB Thomas Geisel (SPD) und der Awista eskalierte, ist es ruhig geworden beim Thema Stadtsauberkeit. Das könnte sich bald ändern: Aktuell laufen Gespräche zwischen der Stadt und dem Entsorgungsunternehmen darüber, wie die Sauberkeit verbessert werden kann – und man sei „auf einem guten Weg“, wie es aus dem Rathaus heißt. Einzelheiten würden in absehbarer Zeit vorgestellt. Als Orientierung für Düsseldorf dürften dabei auch Projekte in anderen Städten dienen – und wissenschaftliche Erkenntnisse. Ein Überblick.

Konflikt Viele Standorte von Papiercontainern sind verdreckt, etwa weil Leute ihren Müll illegal daneben entsorgen. Das ärgert nicht nur die Bürger, sondern auch Oberbürgermeister Thomas Geisel, der deshalb Anfang des Jahres der Awista in einem Brief etwa schrieb, es entstünde der Eindruck, das Unternehmen erwirtschafte Profite zulasten der Servicequalität. Seither arbeitet man an Maßnahmen, wie die Situation verbessert werden kann, zum Beispiel werden die 50 dreckigsten Containerstandorte täglich kontrolliert. „Es ist erfreulich, dass unsere Initiative für mehr Stadtsauberkeit bisher schon an einigen Stellen zu sichtbar besseren Ergebnissen führt“, sagt dazu OB Geisel auf Anfrage unserer Redaktion. Man wolle noch mehr Anstrengungen daran setzen, Düsseldorfs Image als saubere und gepflegte Stadt zu verbessern. „Ich bin erst dann zufrieden, wenn der Müll flächendeckend in den Containern statt daneben landet. Die sehr auskömmliche Ertragslage der Awista lässt durchaus eine signifikante Verbesserung der Servicequalität zu“, so Geisel.

Grundsatzfrage Soll die Stadt sauberer werden, sind nach Ansicht von Fachleuten drei Faktoren entscheidend: die Infrastruktur (zum Beispiel mehr Leerungen von Containern), Sanktionen (etwa für Müllsünder) sowie Kommunikation und soziale Norm (Wie sehr akzeptiert eine Gesellschaft das Verhalten von Müllsündern?). Bei einem neuen Konzept müssten Stadt und Awista somit genau abwägen, welche Faktoren verschärft werden müssen: Soll mehr gereinigt werden oder sollen die Bußgelder erhöht werden? In Städten wie Wien oder Hamburg wurde auf mehr Infrastruktur gesetzt, in Bern oder Zürich ist die soziale Kontrolle stark.

Vorbilder Wie es in anderen Städten aussieht, weiß die Awista. Denn zusammen mit 14 anderen europäischen Städten unterzieht sich das Düsseldorfer Unternehmen regelmäßigen Messungen des Instituts für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Managements, kurz Infa. Es hat sich auf die Beratung von Entsorgungsunternehmen spezialisiert und die Städte, die mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, sind untereinander gut vernetzt. Ein Vorbild könnten zum Beispiel Köln und Hamburg sein: Dort hat die Humboldt-Uni Berlin unter anderem im Auftrag von Düsseldorf Studien zur Stadtsauberkeit durchgeführt und herausgefunden, dass etwa in Köln eine Plakatkampagne und grüne Fußspuren in Richtung Abfalleimer, die diese sichtbarer gemacht haben, zu einer Verbesserung der Situation geführt haben. In Hamburg waren „Kümmerer“ im Einsatz, die zusätzliche Reinigungsarbeiten übernommen haben und Ansprechpartner für Bürger waren. Beim Einsatz so genannter Müll-Detektive könnte sich der Blick nach Mönchengladbach lohnen – dort sind Müll-Detektive seit 2016 im Einsatz.

Konkrete Maßnahmen In Düsseldorf wollen die Verantwortlichen dem Vernehmen nach den Blick auch auf bestehende Konzepte richten: Auf den Rheinwiesen etwa ist die Awista im Sommer nach Bedarf unterwegs, reinigt immer dann, wenn viel Müll anfällt. So etwas könnte auch für Papiercontainer denkbar sein. Ebenfalls viel Ärger gibt es um Mülleimer in Parks: Sind die überfüllt, ist die Awista meist nicht zuständig, sondern das Gartenamt. Würde auch dort der Entsorger beauftragt, könnten Verschmutzungen direkt an ihn gemeldet werden.

Blaue Tonne Seit Beginn des Jahres ist die blaue Tonne für Papier für alle Haushalte in Düsseldorf Pflicht – dadurch sollen langfristig auch Containerstandorte wegfallen. Wie die Umsetzung angelaufen ist, darum geht es am Montag im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen. Laut ersten Zahlen sind seit Oktober mehr als 1000 neue Haushalte mit einer blauen Tonne dazugekommen. Skeptisch blickt die CDU auf die Sache: „Es drohen noch Schwierigkeiten, wenn Hauseigentümer etwa in der Innenstadt schlicht keinen Platz haben, um eine blaue Tonne aufzustellen. Die Verwaltung hat zugesagt, da großzügig zu sein. Wie das in der Praxis dann aussieht, wird sich bald zeigen“, sagt CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt, der auch Vorsitzender des Ausschusses ist.

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