i-Dötzchen 2018 in Düsseldorf: Übergang von der Kita in die Grundschule stellt Eltern vor ein Betreuungsproblem

Übergang von der Kita in die Grundschule : Eltern von i-Dötzchen beklagen Betreuungslücke in den Ferien

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule stellt Eltern vor ein Problem: Es gibt keine geeignete Betreuungsmöglichkeit für den Übergang, beklagen sie.

Sommerferien: Für viele Kinder das Highlight des Jahres, für viele Eltern ein echtes Problem – vor allem, wenn die Kleinen nach den Sommerferien eingeschult werden. Da das Kindergartenjahr immer am 31. Juli endet, können späte Sommerferien für ein Betreuungsproblem sorgen – denn auch die Kita macht mal Ferien.

Mit dem 16. Juli starteten die diesjährigen Sommerferien verhältnismäßig spät. Am 29. August beginnt dann erst das neue Schuljahr. Für die zukünftigen Erstklässler, die zuvor im Kindergarten betreut wurden, endet das beitragsfreie letzte Kindergartenjahr am 31. Juli. Ab dann werden die Kinder nicht mehr dort betreut, bis es schließlich Ende August für sie in den Schulalltag geht. Sofern die jeweilige Kindertagesstätte nun zu Beginn der Ferien schließt, eröffnet sich für viele berufstätige Eltern ein Betreuungsproblem: Von Mitte Juli bis Ende August muss das Kind anderweitig untergebracht werden. Familie, Bekanntenkreis, Offene Ganztagsschule (OGS) und die Düsselferien kommen in Betracht.

„Sechseinhalb Wochen Ferien müssen da überbrückt werden“, sagt Nicole Appel vom Jugendamtselternbeirat (Jaeb) Düsseldorf. Eltern müssen sich dann gestückelt Urlaub nehmen oder die Großeltern einspannen. „Oma und Opa sind aber oft auch noch berufstätig oder wohnen in anderen Städten“, sagt Appel. Besonders Alleinerziehende seien von dem Betreuungsproblem betroffen: „Sie haben beispielsweise nicht die Möglichkeit, sich die Betreuung des Kindes mit einem Partner zu teilen.“

Christiane Hermann ist verheiratet, berufstätig, hat einen sechsjährigen Sohn und kennt das Betreuungsproblem sehr gut. „Ab sechs Jahren fühlt sich keiner mehr zuständig“, sagt Hermann. Sie habe versucht, mit Eltern etwas auf die Beine zu stellen, das sei aber im Sand verlaufen. „Das hat mit den unterschiedlichen Arbeitszeiten der Eltern nicht zusammengepasst“, sagt die Mutter.

Die OGS und Angebote wie die Düsselferien sind Alternativen, die aber Bedenken seitens der Eltern mit sich bringen: Die vorzeitige Betreuung in der OGS könne den Kleinen eventuell schon den Zauber der Einschulung nehmen und für die Düsselferien sind sie mit einem Angebot für Sechs-bis 12-Jährige möglicherweise noch zu jung. „Dazu gibt es aber unterschiedliche Meinungen: Eine Mutter berichtete mir beispielsweise, dass sie die Betreuung ihres Kindes noch vor Schulstart in der OGS super fand. So konnte sich das Kind schon einen Überblick über das Schulgelände verschaffen“, sagt Appel. Ein „weicher Einstieg“ in das Schulleben sei dadurch möglich.

Mit viel Glück hat Christiane Hermann für ihren Sohn Niklas noch einen Platz in der OGS der Elsa-Brandström-Schule ergattert. Dennoch musste sich die Mutter zwei Wochen unbezahlten Urlaub nehmen. „Ich hätte eine gewisse Stundenzahl arbeiten müssen, die ich nicht während der Betreuungszeit von 8 bis 16 Uhr geschafft hätte.“

Eine wirkliche Lösung von Seiten der Kindertagesstätten wird bisher nicht angeboten. Die Stadt Köln bietet beispielsweise eine Betreuung auch nach dem 31. Juli im letzten Kindergartenjahr an, für die ein Beitrag erhoben wird – das sei in Düsseldorf nicht möglich. „Die Kindertagesstätten der Diakonie dürfen nur eine bestimmte Anzahl von Kindern in den jeweiligen Gruppen haben und die sind ab dem 1. August belegt“, sagt etwa Christoph Wand, Pressesprecher der Diakonie. Die Situation sei schwierig, Eltern sollen sich bestenfalls bei Tagesmüttern oder im privaten Umfeld umhören.

Auch die Stadtschulpflegschaft habe das Problem ins Visier genommen, insgesamt habe man aber schon immer vor dem Problem gestanden, sagt die Sprecherin Antje Schuh. „Das Betreuungsnetz ist immer besser geworden, aber dadurch ist auch die Nachfrage gestiegen.“ Die Betreuungsangebote könnten gar nicht so schnell ausgebaut werden und dem großen Zuzug von Familien gerecht werden. „Die Gesellschaft ändert sich, Eltern müssen kreativer werden“, sagt Schuh.

Individuelle Lösungen müssten gefunden werden, sodass jeder Familie geholfen werden könne. „Ich weiß nicht, ob die Lösung aus Köln für Düsseldorf funktionieren würde, eine Überlegung wäre es aber in jedem Fall wert“, sagt Schuh. Zumindest an einigen Standorten könne über eine Einführung nachgedacht werden.

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