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Riesiger Immobilien-Handel: Hyatt gegen Dreischeibenhaus?

Riesiger Immobilien-Handel : Hyatt gegen Dreischeibenhaus?

Derzeit laufen in Düsseldorf und Frankfurt Verhandlungen für einen riesigen Immobilien-Handel: Sowohl das Dreischeibenhaus wie das Hotel auf der Hafen-Spitze stehen zum Verkauf. Denkbar ist sogar ein Kombi-Geschäft.

Noch in dieser Woche wird in Düsseldorf eines der ganz großen Immobilien-Geschäfte auf den Weg gebracht. Es geht um den Verkauf des Dreischeibenhauses, in dem bis vor wenigen Wochen die ThyssenKrupp-Verwaltung saß und das nun leer steht.

Die Immobilie, die der "Rreef""Rreef"-Gruppe gehört (Tochter der Deutschen Bank, Sitz ist Frankfurt) war seinerzeit für über 100 Millionen gekauft worden und sollte, so die Hoffnung der neuen Eigentümer, beim Verkauf deutlich mehr bringen. Aber kurz nach dem Kauf kam die Finanzkrise, und auch in Düsseldorf gingen die Preise für solche Immobilien in den Keller Heute dürften für das Haus kaum mehr als 80 Millionen gezahlt werden, sagte ein Fachmann für Büro-Immobilien.

Derzeit gibt es mehrere Interessenten für dieses Gebäude. Als Favorit gilt einer, der in Düsseldorf an einer anderen spektakulären Immobilie beteiligt ist: dem Hyatt-Hotel auf der Hafenspitze, das im Dezember eröffnet wird. Auch dieses Hotel ist auf dem Markt — wie üblich bei solchen Objekten: Nach der Fertigstellung werden sie von Investoren als Anlageobjekte gekauft.

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In der Immobilienbranche gilt seit der Expo in München folgende Variante als denkbar: Dreischeibenhaus-Eigner "Rreef" hat Interesse daran, dieses Hotel zu kaufen und möchte aber dem Käufer — sozusagen im Gegenzug — das Dreischeibenhaus verkaufen. Ein Vertreter der beteiligten Gesellschaft lehnte es ab, die Information zu kommentieren und verwies auf Vertraulichkeit. Erst in ein paar Tagen könne man sich dazu äußern.

Gerüchten, das Dreischeibenhaus sei derzeit ein Ladenhüter und stehe deshalb so lange schon leer, widerspricht ein anderer Büroimmobilien-Makler: Es gebe mehrere Interessenten für dieses Wahrzeichen Düsseldorfs. Die werden auch nicht abgeschreckt durch anstehende Renovierungs- und Umbaukosten im hohen Millionenbereich. Diese stehen an, weil viele potenzielle Mieter großen Wert darauf legen, ein "green building" zu bewohnen — ein Gebäude also, das neuesten ökologischen Anforderungen entspricht.

Es gilt außerdem als sicher, dass man zumindest in Teilen des Hochhauses die derzeitigen, nicht zu öffnenden Fenster gegen solche austauscht, die sich aufmachen lassen. Man prüft seit einigen Wochen, wie das umgesetzt werden könnte — technisch machbar, aber wegen Winddrucks in den oberen Etagen nicht unproblematisch. Zudem sind die Denkmalschutzauflagen streng: Das Gebäude ist geschützt darf in seiner Optik nicht veränder werden.

Wer auch immer es kauft und dann vermietet, der weiß: Spätestens in drei Jahren wird das Dreischeibenhaus Teil des neuen Kö-Bogens sein und damit in noch besserer Lage stehen als heute schon. Denn die heute dort vorbeiführende und stark befahrene Kaiserstraße wird dann im Tunnel verschwunden sein. Nach wie vor gibt es aber auch noch keinen Mieter für die Flächen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist das neue Hyatt-Hotel im Hafen

(RP)