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Serie Telemedizin: "Hurra, fünf Kilo sind weg!"

Serie Telemedizin : "Hurra, fünf Kilo sind weg!"

Ein Jahr begleitet die Rheinische Post die Diabetikerin Marion Hauchler, die ihren Lebensstil radikal veränderte – und im ersten Monat bereits kein Insulin mehr spritzen musste.

Ein Jahr begleitet die Rheinische Post die Diabetikerin Marion Hauchler, die ihren Lebensstil radikal veränderte — und im ersten Monat bereits kein Insulin mehr spritzen musste.

Am Anfang konnte sie ihren Erfolg nicht fassen: Kaum hatte Marion Hauchler, Diabetes-Patientin seit über 15 Jahren, ihren Lebensstil radikal verändert, passierte das, was sie als kleines Wunder empfindet: Ihre Blutzuckerwerte sanken rasant. "Ich dachte erst, mein Messgerät sei kaputt." Bis zu acht Mal am Tag habe sie gemessen und immer waren die Werte im ganz normalen Bereich — ohne eine einzige Spritze Insulin. Ein Jahr begleitet die Rheinische Post sie auf ihrem Weg, ihre Krankheit mit neuen Methoden zu bekämpfen — die ersten vier Wochen liegen nun hinter ihr.

Man sieht es auf den ersten Blick: Marion Hauchler (54) hat abgenommen. Die Pfunde, die noch vor vier Wochen ihre Taille polsterten, sind verschwunden. "Hurra, fünf Kilo sind weg, in vier Wochen!" Zugenommen haben dagegen ihr Selbstvertrauen und die Zuversicht, ihre Krankheit besiegen zu können. Dass das vor allem in Verbindung mit der Telemedizin möglich ist, versichert Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum. "Wir haben in den letzten Jahren in mehreren Studien bewiesen, wie wirksam ein veränderter Lebensstil ist."

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Eine weitere Studie, an der Marion Hauchler seit vier Wochen teilnimmt, soll die bisherigen Ergebnisse bestätigen. Zum Start ernährte sie sich eine Woche ausschließlich von einem eiweißreichen, kohlehydratfreien Diät-Drink aus der Apotheke. "Das war schon eine Umstellung", meint sie rückblickend. Auch weil der Schokoladenteller, der früher ihren Feierabend versüßte, verbannt war. Aber ihre Motivation war stärker als gelegentliche Appetit-Attacken. "Ich habe durchgehalten", und andere mitgezogen. Mittlerweile machen einige Kollegen und ihre Zwillingsschwester mit — und bei allen purzelten die Pfunde.

Auch als sie nach einer Woche den Diät-Drink ein Mal am Tag durch eine (kohlehydratfreie) Mahlzeit mit Fisch und Gemüse oder Fleisch mit Salat ersetzen durfte. "Der Körper bekam in dieser Zeit überhaupt keinen Zucker, so konnte sie vom ersten Tag an auf ihre üblichen Insulinspritzen verzichten", erläutert Martin. Doch seine Patientin blieb skeptisch. "Ich war völlig unsicher, ob das funktionierte." Aber die Blutzuckerwerte, die früher trotz Insulin immer viel zu hoch waren, sanken nun auf Normalmaß. Diese Werte wurden, wie auch ihr Gewicht, täglich an das Institut gesendet, ebenso die Ergebnisse eines Schrittzählers, den sie jetzt am Gürtel trägt. Ein Mal in der Woche telefonierte sie mit Ursula Brix, Diabetesberaterin im Gesundheitszentrum, gleichzeitig Kontrollinstanz und Motivationstrainerin. Deren Fazit: "Ich bin mit den Werten sehr zufrieden." So viel Lob spornt an. Marion Hauchler geht jetzt regelmäßig ins Fitnessstudio, und in der Mittagspause unternimmt sie gemeinsam mit ihren Kollegen einen strammen Spaziergang an der frischen Luft. So hat sie vor ein paar Tagen einen Rekord erreicht: 9175 Schritte.

Nun beginnt eine neue Phase: Ab sofort wird der Diät-Drink durch eine zweite Mahlzeit ersetzt. Sie wird auch mal eine Scheibe Brot essen oder ein Brötchen. Da sie dabei auch zwangsläufig wieder Zucker zu sich nimmt, wird diese Phase zunächst mit Medikamenten unterstützt. Stephan Martin: "Jetzt kommt es darauf an, eine gesunde Balance zu finden." Marion Hauchler berichtet, dass sie vor ein paar Tagen dann doch mal schwach geworden ist und eine Süßigkeit genascht hat, "da gingen meine Blutzuckerwerte gleich hoch. Das passiert mir nicht noch mal!"

Ende April sehen wir sie wieder — dann werden drei Monate mit ihrem neuen Lebensstil vergangen sein.

(RP)