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Kritik am verstorbenen OB: Humme-Brief entsetzt Hille Erwin

Kritik am verstorbenen OB : Humme-Brief entsetzt Hille Erwin

Der Versuch des früheren Sparkassen-Chefs, bei der Witwe Joachim Erwins Verständnis für seine Kritik am verstorbenen OB zu bekommen, ist gescheitert. Die Familie reagierte voller Empörung auf den Brief. Dirk Elbers: "Hummes Verhalten zeigt, dass es richtig war, ihn zu entlassen!"

Sollte der frühere Sparkassen-Vorstand Heinz Martin Humme erwartet haben, er könne bei Joachim Erwins Witwe Hille Verständnis für seine Rehabilitationsversuche erwecken, wird er enttäuscht sein: Hille Erwin hat gestern gemeinsam mit ihrer Tochter Angela und Sohn Markus empört auf einen offenen Brief Hummes reagiert, in dem er erklärt, warum er vor einigen Tagen das Verhalten des im Mai 2008 verstorbenen OB in der Pooth-Affäre als falsch kritisierte. Erwins Familie hatte auf diese Äußerungen bereits voller Zorn reagiert.

Die frühere Nr. 1 der Sparkasse ist sich nach eigenen Anganen immer noch keiner Schuld bewusst und sieht sich als Opfer einer von Erwin losgetretenen Rufmord-Kampagne. Bestätigt sieht sich Humme, weil die Staatsanwaltschaft Anfang Juli die Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue eingestellt hat.

Was Humme in dem Brief an Hille Erwin nicht erwähnt: Es gibt ein weiteres zivilrechtliches Verfahren gegen ihn ­- auf dem Weg einer Klage will die Sparkasse von ihm Schadensersatz, weil sie der Ansicht ist, dass Humme als Vorstandsvorsitzender in der Verantwortung war, als der damalige Eigner der Firma Maxfield, Franjo Pooth, über neun Millionen Euro Kredit erhielt, ohne dass man ausreichend Sicherheitsgarantien verlangte.

Humme bestreitet das und sieht sich dem Verdacht ausgesetzt, dass sein enger privater Kontakt zu Franjo und Verona Pooth deren Kreditwürdigkeit erheblich verbesserte. Er bestreitet das und verweist auf die Zuständigkeiten im Sparkassenvorstand für solche Kreditvergaben.

Nach Einstellung der Ermittlungen gegen ihn hatte Humme mehrfach das Verhalten des damaligen Oberbürgermeisters Joachim Erwin kritisiert. In seinem Brief an Hille Erwin erklärte er dazu, er habe des tun müssen, um seinen durch das Verhalten Erwins beschädigten Ruf wieder herzustellen.

Erwins Familie dagegen sieht in Hummes Verhalten nur einen weiteren Beweis dafür, dass er sich auf Kosten des Verstorbenen von allen Vorwürfen rein zu waschen versuche. Man verbittet sich weitere Äußerungen Hummes dieser Art und jede Form von Kontaktaufnahme. Was die Familie besonders erzürnte: Als Humme den Brief am Donnerstag an die Medien gab, lag er der Familie noch gar nicht vor.

Auch OB Dirk Elbers reagierte verständnislos auf den weiteren Vorstoß Hummes. Elbers: "Sein Verhalten zeigt, dass es seinerzeit die richtige Entscheidung war, ihn fristlos zu entlassen.” Der frühere Sparkasse-Chef habe immer noch nicht verstanden, dass er ­- auch jenseits strafrechtlich relevanter Handlungen ­- dem Ansehen der Sparkasse schwer geschadet habe.

Humme zeigte sich gestern enttäuscht, dass die Familie Erwins so reagierte und kein Verständnis dafür aufbringe, dass er versuche, seinen Ruf wieder herzustellen.

Hier die Stellungnahme von Hille, Angela und Markus Erwin im Wortlaut:

(RP)