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Holocaust-Gedenktag: Düsseldorf gedenkt der Opfer des NS-Regimes

Holocaust-Gedenktag : Düsseldorf gedenkt der Opfer des NS-Regimes

76 Jahre nach der Befreiung von überlebenden Häftlingen im Konzentrationslager Auschwitz ist auch in Düsseldorf an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. Wegen Corona fand das Gedenken mit einer stillen Kranzniederlegung und digital statt.

Das diesjährige Gedenken am 76. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau musste aufgrund Pandemie bedingten Einschränkungen in Düsseldorf auf einen kleinen Teilnehmerkreis beschränkt werden. So wurde der Erinnerungstag in Anwesenheit von Oberbürgermeister Stephan Keller, Oded Horowitz (Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde), Bastian Fleermann (Leiter der Mahn- und Gedenkstätte) sowie Edeltraud Vomberg, Präsidentin der Hochschule Düsseldorf, mit einem Gedenkgang und einer stillen Kranzniederlegung begangen.

"Es ist mir ganz persönlich ein Anliegen, dass solche Gedenktage niemals vergessen werden. Wir müssen die Erinnerung an Auschwitz, an den Holocaust und alle anderen Verbrechen der Nazis wach halten“, sagte Oberbürgermeister Keller. Deswegen sei es wichtig, allen Einschränkungen zum Trotz auch an diesem 27. Januar ein würdiges Zeichen der Erinnerung - auch an die Düsseldorfer Opfer des Holocaust - zu setzen.

Der Gedenkgang begann am Erinnerungsort Alter Schlachthof an der Hochschule Düsseldorf und führte zum Mahnmal am ehemaligen Güterbahnhof Derendorf.

Der Leiter des Erinnerungsortes, Joachim Schröder, erläuterte am Erinnerungsort zum Start des Gedenkgangs die historischen Hintergründe: In der ehemaligen Großviehhalle wurden vom Herbst 1941 bis zum September 1944 die zu deportierenden Menschen gesammelt, bevor sie zu Fuß zum Abtransport am Güterbahnhof Derendorf gebracht wurden. Rund 6000 jüdische Menschen aus der gesamten Region waren hiervon betroffen, nur wenige überlebten die Ghettos, Lager und Vernichtungsstätten.

Der Gedenkgang führte zum ehemaligen Güterbahnhof, über die Münster- und die Yorckstraße bis zum Holocaust-Mahnmal, Ecke Toulouser Allee/Marc Chagall-Straße. An der Stelle, an dem dieses 2012 eingeweihte Mahnmal steht, waren die Menschen in Personenwagen verladen und deportiert worden.

Gemeinsam legten Keller, Horowitz und Vomberg Kränze nieder. Aron Malinsky, der Kantor der Jüdischen Gemeinde, sang das Trauergebet "El male rachamim".

(csr)