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Kolumne Auf Ein Wort: Hoffnung und Zuversicht

Kolumne Auf Ein Wort : Hoffnung und Zuversicht

Weihnachten ist mit Abstand das attraktivste christliche Fest. Mit Tannengrün und Kerzenschein, Gebäck und Musik sind wir eingeladen, mit allen Sinnen zu genießen. Selbst Menschen, die sich für religiös unmusikalisch halten, begehen die Weihnachtsfeiertage mit ursprünglich christlichen Bräuchen.Die alten Rituale tragen auch heute, weil sie fest verwurzelt sind in unserer gemeinsamen Kulturgeschichte. Gleichzeitig eröffnen sie Spielraum für eigene, kreative Weihnachtstraditionen.

In vielen Familien gibt es individuelle Varianten, wie das Fest gefeiert wird. Manchmal werden sie über Generationen wertgeschätzt und weitergegeben. Meist sind sie starke Symbole für Gemeinschaft, Liebe und Zugehörigkeit. Sich zu erinnern, was die Traditionen inhaltlich zum Ausdruck bringen, ist wichtig. Denn dann werden sie nicht zu einem einschnürenden Korsett, sondern geben uns Raum, um frei mit ihnen umzugehen. Das entspricht auch der christlichen Botschaft des Festes.

Ein Kind kommt zur Welt. In den geläufigen Umständen einer Geburt geschieht das Unerwartete. Denn das Neugeborene lässt uns die Welt mit anderen Augen sehen. Als König der Erde kommt es im Stall auf die Welt. Seine ersten Besucher sind nicht Würdenträger, sondern Hirten. Durch sie breitet sich die Freudenbotschaft aus, dass wir auf ein erfülltes, friedvolles Leben hoffen dürfen.

In meiner Familie gibt es seit Generationen einen Brauch, der dies sinnfällig zum Ausdruck bringt. Der Stamm des Weihnachtsbaums wird mit einem roten Band umschlungen, auf dem in goldenen Lettern die Worte "Allein Gott in der Höh sei Ehr" stehen. Dies knüpft an die biblische Paradieserzählung an. Denn seit der Christnacht windet sich nicht mehr die Unfrieden und Tod bringende Schlange um den Baum der Erkenntnis. Sondern Versöhnung und Liebe sind das Band, durch das Gott sich mit uns verbindet. Das ist der Grund der Weihnachtsfreude. Mit der Geburt Jesu Christi kommen Hoffnung und Zuversicht in unsere oft friedlose und trostarme Welt. Wen wundert es da, dass das Weihnachtsfest bis heute für viele so anziehend ist.

(RP)