Hoffnung für den Radschlägermarkt in Düsseldorf

Traditionsveranstaltung am Großmarkt: Hoffnung für den Radschlägermarkt

Zum letzten Mal hat die Stadt am Sonntag den traditionsreichen Flohmarkt ausgerichtet. Eine Händlerinitiative will ihn retten.

Ute Mirbach und Peter René Hecker mussten viel Fußarbeit leisten. Es war die letzte Möglichkeit, die Händler auf dem Radschlägermarkt anzusprechen – und ein Flugblatt zu überreichen. „Der Radschlägermarkt soll weitergehen!“ stand darauf. Die beiden wollen dafür sorgen, dass die Traditionsveranstaltung doch noch eine Zukunft findet. „Viele Händler sind seit 30 Jahren dabei“, sagt Mirbach. Beim Erhalt gehe es auch um soziale Verantwortung. Außerdem sei er wunderbar vielfältig. „Es gibt hier Profis und Amateure, Sammler, Haushaltsauflöser und Galeristen“, sagt Mirbach. Die beiden und ihre Mitstreiter wollen den Markt schon im Februar wieder starten. Dass das klappt, ist nicht sicher.

Fest steht: Am Sonntag hieß es Abschied nehmen vom Markt in seiner bisherigen Form. Zum letzten Mal bauten Hunderte Händler ihre Stände in den Obst- und Gemüsehallen des Großmarkts und in den Straßen dazwischen auf. Trotz Regens kamen Tausende Besucher, um nach Schnäppchen oder Raritäten zu suchen. In dem Labyrinth der Hallen fanden sie Antiquitäten und Sammlerstücke, aber auch Möbel, Haushaltsgegenstände oder Bücher für fast geschenkt.

Ute Mirbach und Peter René Hecker wollen den Flohmarkt retten. Foto: Arne Lieb

Die Stadt war bislang der Veranstalter des Flohmarkts. Das Gelände soll aber saniert werden. Zu diesem Zweck will die Stadt es an ihre Tochtergesellschaft IDR verkaufen und die Organisation des Großmarkts einem Händler-Zusammenschluss übergeben. Das Verwaltungsgericht hat die Privatisierung vorerst gestoppt. Der Radschlägermarkt ist aber bereits ein Opfer der Pläne.

Josi und Wolfgang Uhlig können das nicht verstehen. Seit 30 Jahren reisen sie mit ihrem Crêpe-Wagen aus der Nähe von Aachen an. „Der Markt ist gut, weil es keine Neuware gibt, sondern nur Trödel“, sagt Josi Uhlig. „Dafür kommen die Leute gezielt aus Krefeld, Aachen oder dem Ruhrgebiet.“ Die beiden loben Belgien: Dort seien Städte zur Organisation von Flohmärkten verpflichtet, damit die Menschen sich günstig mit Gebrauchtem versorgen können. Auch Gerhard Leschek ist enttäuscht. Seit fünf Jahren verkauft er Antiquitäten. Ein Hobby für den Rentner. „Zu dem Markt kommen gezielt viele Kunden aus Holland oder Belgien“, berichtet er – auch das mache die Veranstaltung für ihn attraktiv.

Ute Mirbach, die ihre Veranstaltung „Design Classic“ auf dem Großmarkt ausrichtet, und Peter René Hecker, Geschäftsführer des Blumengroßmarkts und Sprecher der neuen Händler-Betriebsgesellschaft, wollen den Radschlägermarkt ab Februar in verkleinerter Form auf dem Gelände des Blumengroßmarkts neu auflegen. Dort könnte er weiter bestehen, während an anderen Stellen des Geländes gebaut wird. Allerdings ist noch viel zu tun. Der Markt braucht ein Organisationsteam, eine Reinigung, seit einigen Jahren stellt die Stadt auch Security-Kräfte. Die beiden sind aber optimistisch. Nicht zuletzt, weil sie die Kontakte vieler Händler gesammelt haben – auch dank der fleißigen Fußarbeit.

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