1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Hönscheidt verändert Schaufenster nach Kritik

Düsseldorf : Hönscheidt verändert Schaufenster nach Kritik

Ines Reusch will Frieden einkehren lassen. Deshalb hat die Geschäftsführerin des Bettenhauses Hönscheidt auch die Jubiläums-Deko abnehmen lassen, mit der das Geschäft seine Kunden auf sein 75-jähriges Bestehen hinwies. "Wir wollen nicht weiter provozieren, unser Jubiläum ist jetzt vorbei", sagt Reusch.

Zudem habe man eine Düsseldorfer Agentur damit beauftragt, die Vergangenheit des Geschäftes aufzuarbeiten. "Dies ist uns von einschlägigen Stellen empfohlen worden, und wir halten das für den besten Weg", so Reusch, die zugibt, dass die vergangene Woche nicht spurlos an ihr vorübergegangen ist. "Da ist man dann schon angespannt", sagt sie.

Hintergrund ist ein Streit mit der Jüdischen Gemeinde. Die hatte dem Bettengeschäft vorgeworfen, bei der Feier des 75. Firmengeburtstags wesentliche Informationen über den Erwerb des Unternehmens im Jahr 1938 unterschlagen zu haben. Die Firma sei in dem Jahr nicht gegründet worden. "Vielmehr nutzte Werner Hönscheidt die günstige Gelegenheit, ein gut gehendes Familienunternehmen, das bereits seit 1865 seinen Sitz an der Schadowstraße hatte, zum Spottpreis von 27 000 Reichsmark zu kaufen'", hieß es.

Reusch hatte die Vorwürfe der Jüdischen Gemeinde zurückgewiesen und auf Schriftstücke aus den 1950er Jahren verwiesen. Sie sieht in der Abnahme der Dekoration und der Beendigung des Jubiläums auch kein Schuldeingeständnis. "Wir geben nicht klein bei." Wann das Ergebnis der beauftragten "historischen Agentur" vorliegt, sei noch nicht absehbar, doch man werde die Presse informieren, so Reusch, die versuchen will, die Vorwürfe zu entkräften.

(RP)