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Donnerstag höchster Stand: Hochwasser setzt Düsseldorf zu

Donnerstag höchster Stand : Hochwasser setzt Düsseldorf zu

Die Auswirkungen des hohen Rheinpegels auf die Landeshauptstadt sind sichtbar, allerdings noch glimpflich. Für heute rechnen Experten mit dem höchsten Wasserstand, dann könnte der Pegel langsam wieder sinken. Die Neuss-Düsseldorfer Häfen bekommen die Rheinsperre bei Köln zu spüren.

Der Sandstrand an der Bremer Straße: vom Strom verschluckt. Die Biologische Station in der Urdenbacher Kämpe im Süden der Stadt — nicht besetzt und nur noch per E-Mail zu kontaktieren. Das Restaurantschiff Canoo am Robert-Lehr-Ufer: telefonisch nicht erreichbar. Der Aufgang zum Steiger der Schifffahrtsgesellschaft Köln-Düsseldorfer am Tonhallenufer: schutzlos gegen die Wassermassen, reißt sich einseitig los, muss am Nachmittag von den Höhenrettern der Berufseuerwehr gesichert werden. Selbst die Pegeluhr am Rheinufer: durch einen Stromausfall lahmgelegt. Das Hochwasser — am Dienstagmorgen erreichte der Rheinpegel 8,52 Meter — setzt Düsseldorf zu; die Auswirkungen sind spürbar, aber noch glimpflich.

Schnee im Schwarzwald liegt noch

Der voraussichtliche Höchststand von etwa 8,60 Metern wird für heute noch erwartet. Danach soll das Wasser nach Prognosen von Fachleuten wieder sinken — "allerdings langsam", sagt Claus Henning Rolfs, Technischer Leiter des Stadtentwässerungsbetriebs. Entwarnung gibt es deswegen noch lange nicht. "Der Schnee in Eifel und Hunsrück ist weggetaut, im Schwarzwald aber noch nicht", sagt Rolfs. Das Wetter in Düsseldorf sei für den Pegelstand irrelevant, wichtiger seien die Witterungsverhältnisse am Oberrhein und an der Mosel. "Wenn es dort wieder stark zu regnen beginnt, kann der Rhein auch weiter steigen."

Nachdem am Wochenende die Durchgänge am Unteren Rheinwerft und von der Fährstraße zum Rhein versperrt wurden und zum Schutz vor Treibgut unter der Theodor-Heuss-Brücke die Stromleitwand aufgebaut wurde, seien vorerst keine weiteren Sicherungsmaßnahmen nötig, so Kristian Lütz vom Stadtentwässerungsbetrieb.

Bei den Neuss-Düsseldorfer Häfen halten sich die Einschränkungen durch den hohen Wasserstand bisher in Grenzen. Allerdings: Da der Rhein ab Köln in Richtung Süden für die Schifffahrt gesperrt ist, bleibt Schiffen, die stromaufwärts unterwegs sind, nichts anderes übrig, als in Neuss oder Düsseldorf anzuhalten. "Rund 70 Schiffe liegen in Neuss, etwas weniger in Düsseldorf", sagt Jan Sönke Eckel, Abteilungsleiter Hafenbetrieb bei den Neuss-Düsseldorfer Häfen. Ab dem heutigen Dienstag könne Neuss voraussichtlich keine weiteren Schiffe aufnehmen. "Da der Umschlag weiter funktionieren soll, ist bei 100 Schiffen Schluss. Neuankömmlinge müssen dann nach Düsseldorf ausweichen", sagt Eckel.

An eine Rheinsperre auf Höhe der Landeshauptstadt glaube er nicht. Heute müsse man allerdings gegebenenfalls beginnen, verderbliche Ware, die in den Neuss-Düsseldorfer Häfen liegt, auf Schiene oder Lkw umzuladen. Ein Schiff, das nicht fahren kann, verursacht laut Bundesverband Deutscher Binnenschifffahrt Umsatzausfälle von bis zu 2000 Euro täglich.

"Hochwasser-Tourismus", wie er in Koblenz am Wochenende bereits vorgekommen ist, verzeichnet die Landeshauptstadt derzeit noch nicht. Wagehalsige Kanuten oder dergleichen habe man jedenfalls noch nicht aus dem Rhein fischen müssen, sagt Frank Jackes, Sprecher der Wasserschutzpolizei. "Bis zu einem Pegel von 8,80 Metern ist das Befahren des Rheins aber auch noch nicht verboten." Auch wegen der Gefahr durch Unfälle mit Treibgut sei dies derzeit jedoch gefährlich und folglich nicht ratsam.

(RP)