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Düsseldorf: Hochschule untersucht Flüchtlingshilfe

Düsseldorf : Hochschule untersucht Flüchtlingshilfe

Wie Flüchtlinge die Strukturen von Stadtteilen beeinflussen, wird in den nächsten drei Jahren in den Bezirken 5 und 6 erforscht. Damit sollen später Ressourcen gespart und die ehrenamtliche Arbeit koordinierter werden.

Auf den starken Zustrom von Flüchtlingen in den vergangenen Jahren konnte in vielen Bereichen zunächst nur reagiert, aber nicht agiert werden. Das ändert sich langsam. Strukturen werden festgelegt, Konzepte entwickelt, dauerhafte Lösungen erarbeitet. Auch die Düsseldorfer Hochschule beteiligt sich an diesem Prozess und hat das Forschungsprojekt "Intenso" gestartet, das sich mit der Veränderung von Sozialräumen durch den Zuzug von Flüchtlingen beschäftigt.

Konkret untersucht wird das am Beispiel der Stadtbezirke 5 und 6. "Beide haben einen Welcome Point, sind aber ansonsten sehr unterschiedlich aufgestellt, beispielsweise was die Infrastruktur, Bebauung und Bevölkerungsstruktur angeht", sagt Professor Ulrich Deinet. Zusammen mit der Gastprofessorin Anne van Rießen und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Katja Jepkens betreut er das Projekt. Das wird vom Forschungsministerium NRW und den Bezirksvertretungen 5 und 6 bis Mitte 2019 finanziert.

"Zurzeit machen wir erst einmal eine Bestandsaufnahme von dem, was in den Bezirken an Flüchtlingsarbeit vorhanden sind. Teilweise ist das ein großes Kuddelmuddel an Zuständigkeiten, manchmal wissen die Akteure nichts voneinander, sodass manche Dinge doppelt bedient werden, anderes aber auf der Strecke bleibt", sagt Deinet.

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Geprüft wird deshalb, wie die Abläufe besser koordiniert werden können, welche Rolle dabei die Welcome Points spielen. "Die Anforderungen und das Ehrenamt ändern sich. Die Akteure müssen sich daran anpassen. So können beispielsweise Deutschkurse weniger wichtig, aber dafür mehr ehrenamtliche Helfer bei der Wohnungssuche benötigt werden", sagt van Rießen. Deshalb wird genau hingeschaut, wie sich die Bereiche Wohnen, Bildung, Beschäftigung und Freizeit durch den Zuzug von Flüchtlingen verändern. "Wir beobachten zum Beispiel, wie sich die Arbeit der Sportvereine entwickelt, wenn dort plötzlich viele unbegleitete Jugendlich hingehen, wie Ärzte damit umgehen, wenn ihre Wartezimmer durch Flüchtlinge überfüllt sind, es dabei auch noch Sprachprobleme gibt", sagt van Rießen.

Dabei sollen die Akteure aber nicht nur einfach als Experten befragt werden, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich weiter zu vernetzen. "Wir überlegen, beispielsweise eine Zukunftswerkstatt zu organisieren oder eine Fachkonferenz oder Workshops einzuberufen, auf denen Probleme diskutiert werden und ein Austausch möglich ist." Zwischenergebnisse sollen vor Abschluss der Studie veröffentlicht, Impulse für die weitere Arbeit gegeben werden: "Denn nicht jeder muss immer alles neu erfinden und wir wollen aufzeigen, an welchen Stellen Unterstützung notwendig wäre."

Das Ergebnis der Studie soll unter anderem in den beiden Bezirksvertretungen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. "Wir wollen dann zeigen, was unter welchen Strukturen möglich ist, aber auch, was schon gut läuft", sagt van Rießen. Ein mögliches Ziel könnte es dann sein, ein Modell für die Vernetzung und Steuerung von institutionalisierter und ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit zu entwickeln, das idealerweise auch auf andere Stadtteile übertragbar ist.

(brab)