Hochschule Düsseldorf: Zentrum für Digitalisierung auf dem Campus

Stadtplanung : Digitales Zentrum für Derendorf

Auf dem Gelände, das die Stadt der Hochschule Düsseldorf verkauft hat, sollte eigentlich eine Jugendfreizeiteinrichtung entstehen. Dafür wird nun ein anderer Platz gesucht. Das Zentrum für Digitalisierung bringt auch den Stadtteil voran.

Auf dem Gelände der neuen Hochschule Düsseldorf (HSD) ist längst noch nicht das letzte Gebäude hochgezogen worden, sind überall noch Bautätigkeiten erkennbar. Auf einem noch freien Plangebiet soll jetzt, unweit der kürzlich neu eingeweihten Ulrike Rother-Scheffler-Straße, ein Zentrum für Digitalisierung entstehen. In der Sitzung der Bezirksvertretung 1 erteilten die Politiker dem Bauvorhaben nun grünes Licht.

Eine hier vorhandene Fläche von 300 Quadrametern war urprünglich für eine Jugendfreizeiteinrichtung gedacht, „aber seien wir ehrlich, die ist an anderer Stelle sicherlich besser aufgehoben, für ein Digitalisierungszentrum ist dieses Hochschulumfeld dagegen ideal“, sagt Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner. „Was aber nicht heißt, dass wir nicht unbedingt in Derendorf noch etwas für 13- bis 17-Jährige schaffen müssen, denn der Ulmenclub ist doch ganz schön heruntergekommen“, betont Marina Spillner.

Erstmals seit ihrer Gründung 1971 hat die HSD für die Umsetzung im März dieses Jahres ein Grundstück – zwischen Gebäude 6 und Gebäude 9 – erworben. „Ich freue mich, dass die Stadt der Nutzungsänderung des Bebauungsplanes zugestimmt hat, und wir hier unser Digitalisierungs- und Innovationszentrum errichten können“, erklärt die Vizepräsidentin für Personal- und Wirtschaftsverwaltung, Loretta Salvagno. Die Verhandlungen mit der Stadt wurden bereits 2017 aufgenommen, im November desselben Jahres erhielt die HSD dann das konkrete Kaufangebot.

Die HSD benötigt das Zentrum, „um die bestmöglichen Bedingungen für interdisziplinäre Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Digitalisierung zu schaffen“, heißt es von der Hochschule. Die Planung sieht ein viergeschossiges Gebäude mit circa 2500 Quadratmetern Nettogrundfläche vor, das dann ebenfalls die offizielle Hochschuladresse Münsterstraße 156 tragen wird. Es soll innovative Räume für Labore sowie Kreativ- und Ausstellungsflächen schaffen, auch Platz für Start-ups ist vorgesehen. Die Hochschule wird beim Aufbau des Zentrums von der Lepper-Stiftung unterstützt. Die in Düsseldorf ansässige Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung wird die HSD zum einen mit einer Spende zur Finanzierung des Aufbaus des Zentrums für Digitalisierung (70.000 Euro pro Jahr für fünf Jahre) unterstützen, zum anderen eine Stiftungsprofessur (80.000 Euro pro Jahr für fünf Jahre) für „Digitale Gesundheit und Intelligente Nutzerschnittstellen“ einrichten. „Die Zurverfügungstellung von Fachkräften im Bereich der Digitalisierung, die Förderung von Start-ups und die Forschung für digitale Anwendungen sind an der HSD wichtige strategische Ziele. Wir freuen uns daher sehr über diese außerordentliche Spende durch die Lepper-Stiftung“, erklärt HSD-Präsidentin Brigitte Grass.

Auch für Derendorf dürfte das neue Zentrum für Digitalisierung einen weiteren Schub bedeuten. Schon jetzt profitieren die Einzelhändler und Gastronomen rund um die Münsterstraße von der Hochschule, die seit 2016 mit fast allen Fachbereichen auf dem neuen Campus vertreten ist. Seit dem vergangenen Wintersemester sind nun auch die letzten Fachbereiche von Golzheim in die Neubauten der Hochschule Düsseldorf auf dem Campus Derendorf gezogen.

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