Düsseldorf: Hochkonjunktur für Einbruchsfahnder

Düsseldorf : Hochkonjunktur für Einbruchsfahnder

Am Sonntag endet die Sommerzeit - und für Einbrecherbanden aus ganz Europa beginnt die Hauptsaison. Die Spezialisten bei der Kripo stellen sich auf viel Arbeit ein. Und bitten die Bürger um Wachsamkeit.

Zwei Sorgen treiben Dieter Töpfer, Chef des Einbruchsdezernats der Düsseldorfer Kripo, derzeit um: Die Dämmerungseinbrecher, die ab nächster Woche Düsseldorf heimsuchen werden ("so sicher wie der erste Nieselregen das Rheinland"). Und die Gefahr, dass die Bürger seine alljährlichen Warnungen nicht mehr ernst nehmen. "Wir hoffen, dass sich das nicht abschleift", sagt Töpfer. Denn die Fahnder sind auf die Unterstützung aufmerksamer Bürger angewiesen.

Bisher ist das Jahr für Töpfer und Kollegen nicht schlecht gelaufen. Gegen die landesweite Entwicklung sind die Fallzahlen in Düsseldorf sogar leicht zurückgegangen. Aber das wird sich ändern, wenn mit der Zeitumstellung die Dämmerung früher einsetzt. Professionelle Banden sind vermutlich bereits angereist, die meisten der Täter kommen nach polizeilichen Erkenntnissen aus dem südosteuropäischen Raum. Sie suchen sich hier ein Quartier bei Freunden oder Verwandten, gehen täglich vor allem zwischen 17 und 19 Uhr auf Beutezug. Und sie nutzen stets die gleichen Methoden.

Tagsüber sind es vor allem junge Frauen, die mit Schraubendreher oder Kuhfuß überwiegend in Mehrfamilienhäusern Wohnungstüren aufbrechen. Dämmerungstäter dagegen kommen nicht durch die Flure. Sie setzen das unauffällige Werkzeug an Fenstern und Terrassentüren an. Gefährdet sind nicht nur Erdgeschoss- und Einfamilienhausbewohner: über Regenfallrohre, manchmal auch mit Hilfe einer Mülltonne, klettern Profis auch bis in den zweiten Stock.

Schutz: Keine "Einstiegshilfen" herumstehen lassen, Fenster und Terrassentüren mit Schlössern sichern.

In letzer Zeit stellten die Fahnder diese Methode öfter fest: Die Täter gehen in Höhe des Fenstergriffs den Kitt an, der die Scheibe im Rahmen hält. Dann wird ein Draht durchs Loch geschoben und der Griff betätigt.

Schutz: Abschließbare Fenstergriffe installieren, die Schlüssel nach dem Abschließen nicht stecken lassen.

Eigentlich verursacht das zuviel Lärm. Eilige Täter nutzen die Methode vor allem da, wo es wenig direkte Nachbarn gibt, meist reicht ein kleines Loch in Fenster oder Tür.

Schutz: Rollläden schließen und sichern; Anwesenheit vortäuschen (Licht und Radio oder TV laufen lassen, eventuell mit Zeitschaltuhr). Denn: Dämmerungstäter wählen ihre Ziele danach aus, möglichst keine Hausbewohner anzutreffen.

Wohnungs- und Haustüren, bei denen der Schließzylinder auch nur wenige Millimeter erhaben ist, sind für Profis leicht zu knacken: Sie entfernen den Rahmen und ziehen mit einer Zange den kompletten Zylinder.

Schutz: Schlösser ohne Angriffsfläche einbauen, Wohnungstüren mit Querriegelschlössern sichern. Über geeignete Mittel informiert die Beratungsstelle der Kripo im LVH-Haus (Luisenstraße) kostenlos, auf Wunsch auch bei Ihnen zuhause. Telefon: 0211 870 6868

Besonders fies, aber weniger eine Methode der Dämmerungstäter: Mit dem Akkuschrauber wird ein Loch in den Fensterrahmen gebohrt, dadurch dann der Griff betätigt. Machen Täter vor allem nachts, um in Einfamilienhäusern das Erdgeschoss zu plündern, während die Besitzer oben schlafen. In diesem Jahr schon 40 Mal geschehen.

Die Polizei bittet: Achten Sie auch in der Dämmerung auf ungewöhnliche Geräusche und verdächtige Personen oder Fahrzeuge in ihrer Nachbarschaft und alarmieren Sie bei Verdacht sofort die 110.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Großeinsatz: Polizei-Kontrollen in Düsseldorf

(RP)
Mehr von RP ONLINE