Einkaufen in Düsseldorf: Hitzige Debatte um verkaufsoffene Sonntage

Einkaufen in Düsseldorf : Hitzige Debatte um verkaufsoffene Sonntage

Der Einzelhandelsverband drängt darauf, im Advent mehr als einen Termin zuzulassen, davon einen in den Stadtteilen.

Der Einzelhandel drängt darauf, künftig in einer Stadt zumindest zwei verkaufsoffene Sonntage im Advent zu ermöglichen. Damit soll Konkurrenz zwischen Innenstadt und Stadtteilen vermieden werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW, Peter Achten, zeigte sich gestern enttäuscht, dass es bei einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Landtags keine Einigung dazu gab: "Wir mahnen die Landespolitik an, den Gesetzesentwurf zur Ladenöffnungsgesetz-Novelle in dieser Frage schnellstmöglich nachzubessern."

Kürzlich hatte es noch Signale gegeben, dass es doch zwei Termine im Advent geben könnte — einen könnte die Innenstadt nutzen, den anderen die Stadtteile. In Nebenzentren wie Benrath oder an der Nordstraße sind die verkaufsoffenen Sonntage stets gut besucht.

Doch nun ist die Frage weiter offen. So droht die Gefahr, dass die Stadtteile im Advent mit dem Angebot von Schadowstraße und Königsallee konkurrieren müssen. 13 Termine im Jahr sollen für Sonntagsöffnungen zugelassen sein, nur einer davon im Advent.

"Per Gesetz werden die Händler in den Innenstädten und Nebenzentren in Konkurrenz zueinander gedrängt", so Achten." Düsseldorf habe zwar starke Stadtteile mit hoher Einzelhandelsvielfalt, individuellen Angeboten und engagierten Werbe- und Interessengemeinschaften: "Aber in Konkurrenz zur Innenstadt an einem verkaufsoffenen Sonntag im Advent würde sie das auch nicht vor massiven Besucherabflüssen und sinkender Verkaufsaktivität schützen." Ulrich Biedendorf, Geschäftsführer bei der Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer, stimmt zu: "Und das wäre schade, denn die Stadtteile sind keine Lückenbüßer, sondern sie haben eine ganz originäre Versorgungsfunktion."

Die Händler in den Stadtteilen sehen sich ebenfalls unterlegen. "Wenn in der Innenstadt geöffnet ist, dann müssen wir eigentlich gar nicht aufmachen", sagt etwa Renate Rönnau von der Aktionsgemeinschaft Benrath. Im Zweifelsfall entscheide sich der Kunde für das breitere Angebot in der Innenstadt.

Das Thema der verkaufsoffenen Sonntage wurde gestern auch bei einer Podiumsdiskussion im Maxhaus diskutiert, zu der die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung unter dem Thema "Wie steht es mit dem verkaufsoffenen Sonntag?" eingeladen hatte.

Positiv bewertete dabei die Düsseldorfer SPD-Landtagsabgeordnete Marion Warden den Vorstoß, an zwei Advents-Sonntagen die Läden zu öffnen. So bestünde gerade im Advent bei vielen Bürgern ein großes Bedürfnis, in Ruhe einkaufen zu gehen. "Und das ist an einem Sonntag für einige einfacher. Wenn die Menschen diese Sonntage nicht haben wollten, würden sie auch nicht so zahlreich in die Stadt kommen, sondern zu Hause bleiben", so Warden.

Kritischer äußerte sich der DGB-Bezirksvorsitzende Klaus Reuter, der mahnte, es dürfe nicht allein um den wirtschaftlichen Nutzen bei der Planung verkaufsoffener Sonntage gehen. Ähnlich äußerte sich auch Stadtdechant Rolf Steinhäuser: "Der Sonntag ist ein Tag, denn die meisten Menschen genießen und auch zur Ruhe brauchen."

(RP/ila/jco)
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