Hitzefrei in Düsseldorf: So gehen die Schulen mit den hohen Temperaturen um

Hitzefrei in Düsseldorf : So gehen die Schulen mit den hohen Temperaturen um

Die Temperaturen in Düsseldorf klettern diese Woche weit über 30 Grad. Die Schulen bereiten sich mit Abkühlungsnageboten und Raumverlegungen vor. Ob und wann es Hitzefrei gibt, wird individuell entschieden.

Die Vorbereitungen auf die heißen Tage laufen bei vielen Düsseldorfer Schulen schon seit letzter Woche. Ab wann es Hitzefrei gibt, ist in NRW vom Schulministerium in einem Erlass geregelt. Grundlage dafür ist große Wärme in den Klassenräumen über 27 Grad Celsius. Bei weniger als 25 Grad gibt es kein Hitzefrei.

Außerdem gilt die Reglung nur für Grundschüler und Schüler der Sekundarstufe I. Für Schüler der Sekundarstufe II gilt der normale Stundenplan. „Wir haben viele verschiedene Schulen in den unterschiedlichsten Gebäuden, bei denen Hitzefrei-Maßnahmen deshalb ganz individuell ausfallen“, so Dagmar Wandt, Leiterin des Schulverwaltungsamtes in Düsseldorf.

Einfach früher das Schulgelände verlassen, geht trotz Hitzefrei nicht. Grundschüler und Schüler der Klassen fünf und sechs dürfen nur nach Absprache mit den Eltern vor dem regulären Unterrichtsschluss entlassen werden.

Die Grundschule an der Kronprinzenstraße in Unterbilk und die Hanna-Zürndorfer-Schule in Gerresheim informierten am Montag in einem Elternbrief über Hitzefrei ab Dienstag. „Viele Schulen stellen es den Eltern frei, ob ihre Kinder früher nach Hause gehen dürfen.“, sagt Dagmar Wandt. „Aber die Möglichkeit der Betreuung muss sichergestellt sein.“

An der Kronprinzenschule gibt es dann Hitzefrei bis Freitag. Das heißt, dass der Unterricht bis 11.45 Uhr den Temperaturen angepasst stattfindet. Die Lehrer entscheiden beispielsweise, wann es in den Räumen zu warm wird, um ihn gegeben Falls zu wechseln. Die Betreuung für die Schüler, die die Offene Ganztagsschule besuchen, ist wie immer bis 16 Uhr garantiert. Auch das Betreuungsangebot findet statt. „Wir achten zusätzlich darauf, dass die Kinder genug trinken“, sagt Schulleiterin Heide Steinke.

Außerdem wird der Augenmerk darauf gelegt, dass die Kinder nicht in der prallen Sonne spielen. An der Hanna-Zürndorfer-Schule in Gerresheim gibt es vorerst bis Mittwoch Hitzefrei. Auch hier endet der Unterricht nach der vierten Stunde um 11.50 Uhr mit der Möglichkeit der Betreuung. An beiden Grundschulen steht den Kindern auf den Schulhof ein Wasserschlauch beziehungsweise kleines Bewässerungssystem zur Verfügung, um sich, wenn sie möchten, unter Aufsicht abzukühlen.

Die Jospeh-Beuys-Gesamtschule und die Werner-von-Siemens-Realschule haben Kurzstunden aufgrund der hohen Temperaturen eingerichtet. „Am Montag und Dienstag gibt es Hitzefrei. Schulschluss ist nach der Mittagspause“, sagt Schulleiterin Regine Brochhagen-Klein. „Von Mittwoch bis Freitag sind die Schulstunden von 60 Minuten auf 45 Minuten verkürzt.“ Die Regelung wurde bereits letzte Woche mit der Schulpflegschaft abgesprochen. Mündliche Abiturprüfungen, die noch anstehen, wurden in kühlere Räume in den Kellerbereich verlegt.

„Wir versuchen fürsorglich zu sein“, sagt die Schulleiterin. „Aber die Eltern wollen ihre Kinder auch gut versorgt wissen. Deshalb dürfen die Schüler der Unterstufe nach Absprache nach dem früheren Schulschluss nach Hause gehen, aber es gibt auch die Möglichkeit, dass sie weiter betreut werden.“

So handhabt es auch die Werner-von-Siemens-Realschule. Von Montag bis Mittwoch gibt es Kurzstunden bis 11.30 Uhr. Die Mittagsbetreuung findet für alle Schüler und insbesondere für die fünften und sechsten Klassen bis 13.30 Uhr oder 14.30 Uhr statt. Klassenarbeiten werden in die ersten Schulstunden verlegt.

Das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Benrath entscheidet täglich über Hitzefrei – Montag war das am Anfang der 7.Stunde. Klassenarbeiten werden möglichst früh geschrieben, der Unterricht, der wegen des Umbaus teilweise in Containern stattfindet, in andere Räume verlegt. Am Humboldt-Gymnasium in Pempelfort endet der Unterricht nach der vierten Stunde um 11.30 Uhr. Im Anschluss beginnt direkt die Nachmittagsbetreuung und auch die Mensa hat früher geöffnet.

Hitzefrei gab es am Montag nicht am Wim-Wenders-Gymnasium in Oberbilk und an der Dieter-Forte-Gesamtschule in Eller. „In unserem Gebäude ist es recht kühl“, sagt Gesamtschulleiter Jürgen Weitz. Ab Dienstag werde über Hitzefrei entschieden. Es gibt bereits Absprachen mit den Eltern, ob die Kinder nach Hause gehen dürfen. Die Betreuung ist auch weiter sichergestellt.

Am Wim-Wenders-Gymnasium ist Hitzefrei am Dienstag ab 12 Uhr angesetzt. „Währenddessen werden mit den Schülern auch alternative Unterrichtsmethoden erprobt“, sagt Schulleiterin Antonietta Zeoli. „Das heißt, Unterricht auf dem Schulhof im Schatten oder im Bio-Garten.“ Der Hausmeister der Schule öffne abends noch einmal die Fenster, um das Gebäude bestmöglich herunterzukühlen.

„Wichtig ist an den heißen Tagen viel zu trinken und sich im Schatten aufzuhalten“, sagt Dagmar Wandt. „Und das der Unterricht den Temperaturen angepasst wird.“ Als Beispiel nennt sie den Sportunterricht. „Bei Hitze könnten beispielsweise Entspannungsübungen gemacht werden.“

An vielen Schulen würde bereits in den frühen Morgenstunden das Dachgeschoss durchgelüftet. In den letzten Jahren wurden an Schulen, wie dem Joseph-Beuys-Gesamtschule, beispielsweise Außenjalousien angebracht, um vor zu großer Hitzeeinstrahlung zu schützen. „Ob das möglich ist, kommt immer auf das Gebäude an. Bei Schulen, die unter Denkmalschutz stehen, geht das nicht.“

Bei aktuellen Sanierungs- und Umbauarbeiten an Schulen würden derzeit überall moderne Sonnenschutzanlagen eingebaut. „Das sind zum Beispiel Lüftungsmöglichkeiten zur Nachtauskühlung oder Verdunklungsmethoden von innen.“

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