Düsseldorf: Hilfe für die Karnevalisten am Steinberg

Düsseldorf : Hilfe für die Karnevalisten am Steinberg

In der Frage, wie das geplante Balletthaus die Möglichkeiten der Jecken und ihrer Wagenbauhalle einschränkt, hat sich die Stadt klar positioniert. Die Karnevalisten müssen keine Einbußen fürchten und werden voll unterstützt.

Das, was gestern aus dem Rathaus verkündet wurde, klingt nach einer geklärten Situation — aber auch nach vielen geführten Gesprächen: Die Stadt teilt mit, dass sowohl die Karnevalisten als auch das Balletthaus auf dem Gelände Steinberg in Bilk den "Kreativstandort" gemeinsam stärken. Insider reden von mehr als zwölf Gesprächsrunden, die zwischen dem Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) und der Stadt geführt worden seien. Dabei ging es immer wieder um das eine: Wie können die Karnevalisten weiter die Wagenbauhalle bespielen, wie können sie weiter die Wagen für den Rosenmontagszug das ganze Jahr über bauen, wie können aber auch das Balletthaus und die Künstler-Ateliers dort entstehen, und wie kann man verhindern, dass sich alle in die Quere kommen? Alle Probleme scheinen jetzt vom Tisch zu sein. Folgende Punkte stehen jetzt im Protokoll:

1.) Die Wagenbauhalle muss nicht verkleinert werden. Im Gegenteil: Im hinteren Teil kann sogar eine neue Halle mit rund 600 Quadratmetern entstehen. Die baut das CC auf eigene Kosten.

2.) Die Leichtbauhalle, die jetzt noch vor der Wagenbauhalle steht, wird um einige Meter versetzt. Die Kosten für diesen Umbau will die Stadt übernehmen.

3.) Nach wie vor können die Rosenmontagswagen oder Bagagewagen auf dem Gelände Steinberg aufgestellt werden. Aber: Sie stehen nicht mehr auf einer großen Fläche, sondern ein bisschen verstreut, und es kann durchaus Probleme geben, wenn große Wagen gewendet oder beladen werden müssen.

4.) Der Pachtvertrag mit den Karnevalisten wird verlängert.

Auf der einen Seite — genau dort, wo jetzt noch die Leichtbauhalle steht — kann so das Balletthaus entstehen, auf der Rückseite der großen Halle dann die Ateliers für die Künstler. Planungs- und Baudezernent Gregor Bonin dazu: "Uns war wichtig, dass die Karnevalisten am Standort bleiben und wir so auch den Kreativstandort Steinberg sichern." CC-Präsident Josef Hinkel bezeichnet sich als "glücklich" mit dieser Situation, durch die keiner etwas verloren oder gewonnen habe. "Eigentlich ist es win-win", meinte er gestern auf Anfrage der Rheinischen Post.

Von dem Finanzbedarf des CC, der gestern veröffentlicht wurde, ist diese Planung aber unbenommen. Im nächsten Jahr fehlen den Karnevalisten nach wie vor 115 000 Euro. Zum einen, weil sie für die Wagenbauhalle neue Heizstrahler (25 000 Euro) oder Feuermeldesysteme (20 000 Euro) installieren müssen, aber auch, weil andere Anschaffungen zum Beispiel für die CC-Verwaltung nötig seien. Bei der letzten Versammlung wurde darum angedacht, die Mitgliedsbeiträge der einzelnen Vereine pro Jahr um 200 Euro zu erhöhen. Dafür gab es noch keine Mehrheit, darum wird bei der nächsten Versammlung noch einmal darüber diskutiert.

Jetzt können aber erst einmal die Künstler für den Rosenmontagszug weiterbauen. Und es gibt schon eine erste Nachricht aus der Halle: Die ersten Wagen für den Zug 2014 sind bereits fertig.

(RP)
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