Düsseldorf: Hier können Azubis günstig wohnen

Düsseldorf : Hier können Azubis günstig wohnen

Bei einem Bauprojekt der SWD entstehen bis Ende 2019 auch 16 Wohnplätze für Auszubildende. Ein Beispiel, dem Firmen folgen sollen.

Bezahlbaren Wohnraum in der Landeshauptstadt zu finden, wird für Normalverdiener immer schwieriger. Für junge Menschen, die eine Ausbildung in Düsseldorf absolvieren und teilweise auch von auswärts kommen, ist es ein nahezu hoffnungsloses Unterfangen. Die Idee, extra für diese Zielgruppe günstigen Wohnraum zu schaffen, geht auf die gemeinsame Initiative des Stadtverbands des DGB und der Düsseldorfer SPD zurück, die sich damit an die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWD) wandten. Das sei nun vier Jahre her, erinnerte sich Jürgen Heddergott, Geschäftsführer der SWD, gestern. Weil die Suche nach einem Grundstück erfolglos blieb, sei lange nichts passiert.

An der Langenfelder Straße 6 bis 14 waren bereits vor etlicher Zeit Häuser, die aus den 1930er Jahren stammten, abgerissen worden. Nun wurde dort der Grundstein für ein Gebäudekomplex für 45 Wohnungen und vier Wohngruppen mit 32 Apartments sowie zugehörigen Gemeinschaftsräumen gelegt. Von den Apartments sollen 16 an Auszubildende gehen. "Wir betreten damit Neuland, das dringend betreten werden muss", betonte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) bei der Feier.

Das Angebot für Auszubildende soll dabei als Pilotprojekt dienen und ein Anstoß für Unternehmen sein, sich ebenfalls beim Wohnraum für den Firmennachwuchs zu engagieren. "Nach Fachkräften zu rufen nutzt nichts, man muss auch etwas tun", sagt Manfred Abel, Vorsitzender des Awo-Kreisverbands. Der Wohlfahrtsverband wird das Wohnprojekt betreuen und einen Teil der Apartments selbst mieten. Vergeben werden die Azubi-Wohnplätze aber über das Wohnungsamt, das mit Jugend- und Sozialamt sowie der Arge dabei zusammenarbeitet. Die anderen 16 Apartments in den Wohngruppen gehen an geistig behinderte Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren. Sie werden rund um die Uhr von Fachkräften der Awo betreut. Diese könnten im Notfall auch Ansprechpartner für minderjährige Auszubildende sein, so die Überlegungen bei der Awo, auf diese Weise würden Synergieeffekte genutzt. Der Wohlfahrtsverband plant laut Abel in den kommenden fünf Jahren weitere fünf Azubi-Projekte zu starten.

Die Größe der Wohnungen an dem Standort liegt zwischen 37 und 82 Quadratmeter, sie sind für Ein- bis Vier-Personen-Haushalte geeignet. Die Mieten liegen zwischen 6,25 und zehn Euro pro Quadratmeter. 38 Wohnungen werden öffentlich gefördert, elf Wohnungen im Gesamtprojekt sind frei finanziert. Ein weiteres Pilotprojekt: Die Dachfläche der Gebäude wird für eine große Photovoltaikanlage genutzt, der Strom kann dann verbilligt an die Mieter abgegeben werden. Bei dem Projekt "Mieterstrom" kooperiert die SWD mit den Stadtwerken Düsseldorf. Für den gesamten Gebäudekomplex werden 12,5 Millionen Euro investiert.

(RP)
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