HHU Düsselorf Ideenwettbewerb 2018, Preise für Startups.

Auszeichnung : Preise für junge Forscher der Universität

Ideenwettbewerb für neue Start-ups an der Uni: Vom Desinfektionsmittel für Busse und Bahnen bis zum Valvofon.

Der Wein am Stiel, also Eis mit Weingeschmack, hat es dann doch nicht in die Endrunde geschafft. Auch das Getränk für Hunde mit Wurstgeschmack blieb auf der Strecke. Dazu waren beim Ideenwettbewerb der Uni zu viele hochkarätige Geschäftsmodelle und Produktentwicklungen - wie das Valvofon, ein neuartiges Gerät, mit dem sich in jeder Hausarztpraxis ein Herzklappenschaden diagnostizieren lässt - schnell, kostengünstig und ohne Nebenwirkungen für die Patienten, so die Erfinder. Das brachte dem Gründer-Team einen doppelten Preis: von der Fachjury und dem Publikum.

Jeder zehnte Mensch erkrankt an einem lebensbedrohlichem Defekt der Herzklappen. Allein im Uniklinikum werden jedes Jahr 1000 neue Herzklappen eingesetzt, „dabei bleiben die meisten Defekte unerkannt“, erläutert Eric Zweck, der Medizin und Informatik studiert. Eine günstige Fächerkombination für die Entwicklung seines Produkts. Gemeinsam mit dem Kardiologen Dr. Ralf Westenfeld hat er das Valvofon konstruiert, ein handliches Gerät, das mit einem hochempfindlichen Mikrofon und einem Display ausgestattet ist. „Bisher war man bei der Erst-Untersuchung auf das Stethoskop angewiesen“, so Zweck, „eine Methode mit hohem Unsicherheits-Faktor“.  Dagegen würde das Valvofon einfach auf den Brustkorb des Patienten gelegt, es nimmt die Herz-Signale exakt auf und überträgt sie auf das Display - „eine sichere, schnelle Untersuchungsmethode.“

Auch „XpertHub“ wurde von der Jury ausgezeichnet: Dieser Online-Dienst, entwickelt vom Deutschen Diabetes Zentrum, beantwortet Patienten-Fragen. Der Hintergrund: Sechs Millionen Deutsche leiden an Diabetes, jedes Jahr kommen 600 000 dazu. Und was macht der Mensch mit seiner Diagnose? Er klickt sich im Internet durch die einschlägigen Seiten. „Aber er weiß nicht, wie seriös und aktuell diese Informationen sind“, erläuterte Olaf Spörkel, Sprecher des Zentrums. Die Experten sehen ihren Online-Dienst als eine Möglichkeit, Experten-Wissen zu den Patienten zu transportieren, „außerdem lässt sich das Modell auf andere Krankheiten übertragen.“

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 Auch Studenten-Teams bekamen für ihre Startup-Ideen Preise: „Fresh Tube“ will Verkehrsbetriebe überzeugen. Das Team hat einen Regler entwickelt, der sich an den Haltestangen in Bussen und Bahnen einsetzen lässt, schiebt man ihn hoch und runter, wird ein Desinfektionsmittel freigesetzt, „denn über Hände werden mehr Bakterien übertragen als beim Küssen.“ Die Gründer rechnen sich gute Chancen aus: 27 Verkehrsbetrieben in Deutschland mit 35 000 Bussen und 16 000 Bahnen seien potenzielle Kunden.

Einen Marktplatz für Influencer, also für Menschen, die in Sozialen Kanälen Produkt empfehlen und von den Herstellern dafür Geld kassieren, will „Groupfluencer“ aufbauen. „Wir haben Werkzeuge entwickelt, mit denen die Beliebtheit und damit der Marktwert eines Influencers bestimmt werden kann“, so die Gründer. Mit diesem Instrument sollen Firmen die Markenbotschafter leichter finden.

Sich im Dickicht eines wissenschaftlichen Kongresses besser zurecht zu finden, vorher zu erfahren, was einen erwartet und wen man treffen will - das bietet eine App, die Frauke Henning mit zwei Partnerinnen entwickelt hat. Und mit einer Art biologischem Computer, mit dem sich Gen-Netzwerke analysieren lassen, ist Christopher Blum im Wettbewerb angetreten. Der angehende Bio-Technologe hat eine Methode entwickelt, um riesige Datenmengen zu entschlüsseln, die Ergebnisse will er seinen Kunden auf einer Plattform zur Verfügung stellen. Ziel: Auf dieser Basis neuartige Krebsmedikamente zu entwickeln oder aber den Ertrag von Nutzpflanzen zu erhöhen. Das brachte ihm in der Kategorie Studierende den ersten Preis .