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Düsseldorf: Heute gibt's für Geisel Scharfes aus dem Senftopf

Düsseldorf : Heute gibt's für Geisel Scharfes aus dem Senftopf

Premiere vor dem Rathaus, um Punkt 11.11 Uhr: Erstmals muss sich der im Sommer gewählte Oberbürgermeister Thomas Geisel anhören, wie sein Tun und der Zustand der Stadt Düsseldorf aus der Sicht der Narren wahrgenommen wird. Beim Hoppeditz-Erwachen gibt es traditionell die erste Bütten-Rede der Session.

Und die passt in der Regel zum Platz, von dem aus sie gehalten wird - einem überdimensionalen Senftopf. In dem nämlich hockt der rot-weiße Narr, bevor er geweckt wird und sich dann ans Licht traut - nach monatelanger Ruhe seit Aschermittwoch. Dass er seinerzeit verbrannt wurde, sieht man ihm nicht an, wie Phoenix steigt er alljährlich aus der Asche und spreizt verbal die Federn.

Diese Rede ist natürlich nicht spontan, sondern an ihr wird seit etlichen Tagen gefeilt. Der Vorstand des Carnevals-Comitees (CC) sammelt eifrig Stichworte ein, und dann wird gereimt.

Bis zum vergangenen Jahr folgte, meist nicht weniger scharf, die Gegenrede des Oberbürgermeisters, und auch sie sparte nicht mit Spitzen. OB Thomas Geisel hat jedoch angekündigt, darauf verzichten zu wollen - das sei der Tag des Narren, meinte er, und der solle daher auch allein zu Wort kommen. Inzwischen hat er das aber wieder teilweise zurück genommen, sagte sein Sprecher jetzt. Womöglich werde Geisel bei einigen Bemerkungen doch seinen Senf dazu geben - aber nicht vorbereitet, sondern ungeplant, wie es sich halt ergibt. Womöglich hat er ja auch eine spitze Zunge - oder wie man im Schwäbischen sagt: eine Schwertgosch.

(ho-)