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Albert-Einstein-Gymnasium in Düsseldorf: Herbert Reul spricht mit jüdischen Schülern

Albert-Einstein-Gymnasium in Düsseldorf : Herbert Reul spricht mit jüdischen Schülern

Der NRW-Innenminister wollte wissen, wie sicher sich die Albert-Einstein-Gymnasiasten fühlen. Er unterhielt sich mit den Schülern der jüdischen Schule in Düsseldorf

Schulen fallen eigentlich nicht in den Zuständigkeitsbereich seines Ministeriums. Doch als Chef der Polizeibehörde obliegt Landesinnenminister Herbert Reul der Schutz aller Einrichtungen jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen – und damit auch des Düsseldorfer Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG). Vor dem Hintergrund eines steigenden Antisemitismus an Schulen und in Teilen der Gesellschaft war Reul am Dienstag im Rather Gymnasium zu Gast, um mit den Schülern in Kontakt zu kommen. Denn das AEG ist in seiner Form als staatlich anerkannte weiterführende Ersatzschule unter Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde einzigartig in NRW.

„Es gibt einen Bodensatz in der Gesellschaft, der auf ausländerfeindliche Sprache leider anspringt“, sagte Reul. Der Innenminister befragte Siebt- und Achtklässler deshalb, wie es ist, als Jude in Düsseldorf zu leben. „Es ist nicht direkt gefährlich, mit einer Kippa oder dem Davidstern in der Bahn zu fahren“, sagt Achtklässler Alexander. „Dennoch gibt es manche Leute, die sich davon provoziert fühlen.“ Antisemitische Sprüche höre er oft auf den Höfen anderer Schulen. Seine Mitschülerin Elina findet es sonderbar, dass sie und viele andere mit dem Bus vor der Haustür abgeholt werden müssen. „Da fühlt man sich ein bisschen abgesondert von der Gesellschaft.“ Bei dem Dialog stellten auch die Jugendlichen Fragen. Besonders die Vorkommnisse von Halle im vergangenen Oktober und der nicht immer durchgängige Gebäudeschutz durch die Polizei war ihnen wichtig. „Warum werden jüdische Einrichtungen nicht dauerhaft besser geschützt?“, wollte Schülerin Sharon wissen. Das sei ein ständiges Abwägen im Ministerium, antwortete der Minister. „Eigentlich will ich keine Gesellschaft, wo ständig und überall Polizisten stehen. Ein Polizist allein löst das grundsätzliche Problem nicht.“