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Henkel-Preis 2020 Düsseldorf: 300 statt 20.000 Zuschauer in Grafenberg

Henkel-Preis auf der Galopprennbahn : Wie der wichtigste Renntag in Düsseldorf unter Corona-Auflagen lief

Der Henkel-Renntag ist der Höhepunkt des Jahres auf der Düsseldorfer Galopprennbahn – und ein gesellschaftliches Ereignis. Diesmal kamen nur 300 statt 20.000 Zuschauer nach Grafenberg. Auch sonst war vieles anders.

Wer sich vom Wettfieber ergreifen lassen will, muss am Sonntag erstmal nachweisen, dass ihn kein echtes Fieber erwischt hat: Am Eingang der Galopprennbahn wird bei jedem Besucher per Infrarotthermometer die Körpertemperatur gemessen. Wer soweit gekommen ist, hat schon längst bemerkt, dass es kein Henkel-Preis wie in anderen Jahren werden wird. Es gibt sogar noch Parkplätze gleich neben dem Eingang.

20.000 Zuschauer besuchen normalerweise den wichtigsten Renntag des Jahres, der Henkel-Preis der Diana ist auch eines der bedeutendsten gesellschaftlichen Ereignisse der Stadt. Diesmal ist der Rennverein froh, dass wenigstens 300 Besucher auf das Gelände dürfen. Denn es ist damit nach mehreren „Geisterrennen“ der erste Renntag, an dem zumindest einige Zuschauer das Geschehen vor Ort verfolgen können.

Rennvereins-Chef Peter M. Endres mit Ehefrau Helga Foto: Arne Lieb

150 Tickets sind kurzfristig in den freien Verkauf gegangen, genau so viele geladene Gäste sind gekommen. Wer zu den Glücklichen zählt, erlebt einen Renntag ganz ohne Warteschlangen oder Gedränge. An den Tischen im Biergarten füllen die wenigen Besucher in aller Ruhe die Wettscheine aus, fachsimpeln – und können sich an einem Wetter erfreuen, das perfekt für einen großen Renntag gewesen wäre. Bei den Siegerehrungen sind die Eigentümer, Trainer und Jockeys nahezu unter sich.

Johanna Polle wurde für den schönsten Hut geehrt. Foto: Arne Lieb

Der Coronaschutz ist allgegenwärtig: Beim Empfang im Teehaus gilt Maskenpflicht im Innenraum, nicht nur deshalb spielt sich das Geschehen in erster Linie auf der großen Terrasse mit Blick auf die Rennen ab. Anders als sonst reicht dort der Platz bequem für alle Gäste. Für die Siegerehrung nach dem Hauptrennen wird eigens ein 15 Meter langes Podest aufgebaut, damit alle Sieger mit Sicherheitsabstand einen Platz finden. Und von der Wiese vor dem benachbarten Golfclub aus dürfen die Rennen nicht verfolgt werden – es soll sich kein Gedrängel außerhalb des Rennbahngeländes bilden.

Henkel-Chef Carsten Knobel mit Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah Foto: Arne Lieb

Zum Empfang im Teehaus versammelt Hauptsponsor Henkel normalerweise ein Who-is-Who der Wirtschaftswelt und der Gesellschaft. Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah und der Vorstandsvorsitzende Carsten Knobel begrüßen mit dem Rennverein diesmal einen kleinen Kreis aus 80 Personen, der vor allem aus den Pferdeeigentümern, Trainern und der Vereinsspitze besteht. Darunter sind Ex-Fußballprofi Klaus Allofs, der zwei Pferde im Rennen hatte, und der Henkel-Ehrenvorsitzende und Düsseldorfer Ehrenbürger Albrecht Woeste. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) vertritt an der Seite von Ehefrau Vera die Stadt.

Manche Rennfans versuchen derweil von außerhalb des Geländes einen Blick zu erhaschen, auf der direkt neben der Rennbahn verlaufenden Kastanienallee sind noch mehr Spaziergänger als an anderen sonnigen Sonntagen unterwegs. Wenn das Feld vorbeizieht, sieht man über den hohen Hecken die Köpfe der Jockeys.

Rennvereins-Chef Peter M. Endres findet, dass es „unter den Umständen ein toller Tag“ ist. „Ich bin froh über die Disziplin der Leute“, sagt Endres. Dass die Besucher die Auflagen einhalten, sei wichtig, damit der Verein auch in Zeiten des Coronaschutzes weiterhin Rennen austragen darf.

Sogar der schönste Hut wird geehrt. Auch dieser Brauch wird allerdings auf die Corona-Besonderheiten angepasst. Da kaum Besucherinnen und damit auch kaum Hüte auf der Rennbahn zu erwarten waren, wurden vorab Einsendungen übers Internet erbeten. Johanna Polle hatte aus Sicht der Jury die schönste Kopfbedeckung aller Bewerberinnen ausgesucht. Die Hamburgerin, die zur Preisverleihung angereist ist, erhält als Auszeichnung ein professionelles Fotoshooting.