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Name und Nachricht: Helge Achenbach

Name und Nachricht : Helge Achenbach

Wie bereits angedeutet, hat das Landgericht Kleve sich für die vorzeitige Haftenlassung des wegen Betruges einsitzenden früheren Kunstberaters Helge Achenbach (66) ausgesprochen. Ein solcher Erlass der Haftstrafe nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe ist möglich, wenn der Verurteilte Ersttäter ist, geständig war und Reue gezeigt hat. Dies trifft auf Achenbach zu. Er könnte somit Anfang Juni entlassen werden. Das Landgericht Kleve ist zuständig, weil Achenbach in der Justizvollzugsanstalt Moers im Offenen Vollzug ist.

In der Begründung des Gerichts heißt es: "Die Kammer geht davon aus, dass unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit, eine Aussetzung zur Bewährung verantwortet werden kann. Als maßgeblich hat die Kammer angesehen, dass Achenbach nicht vorbestraft sei und sich erstmalig in Haft befände, von welcher er sich nachhaltig beeindruckt gezeigt habe. Hinzutrete ein beanstandungsfreies Vollzugsverhalten.

Darüber hinaus erfolge eine Entlassung in ein stabiles soziales Umfeld. Belastbare Umstände, die einer Reststrafenaussetzung entgegenstehen, seien dagegen nicht ersichtlich." Dass Achenbach nun freikommt, ist allerdings nicht sicher. Denn gegen diese Empfehlung kann Beschwerde eingelegt werden. Die Staatsanwaltschaft Essen hat angekündigt, dies zu tun. Damit wird die Entscheidung beim Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf liegen.

Dessen Entscheidung wird binnen einiger Tage fallen. Am Donnerstag steht Achenbach in einer Berufungsverhandlung erneut vor Gericht. Es geht um 18,78 Millionen Euro Schadenersatz, die er an die Aldi-Erben zahlen soll. Hans Onkelbach

(RP)