Helge Achenbach: Neuer Prozess um Schadenersatz

Streit mit Familie Albrecht: Achenbach: Neuer Prozess um Schadenersatz

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat das Schadenersatz-Urteil gegen Helge Achenbach am Donnerstag ans Landgericht zurückverwiesen.

Das Oberlandesgericht sah prozessuale Fehler in der Entscheidung der 6. Zivilkammer. Die hatte den Kunstberater Helge Achenbach vor mehr als einem Jahr zu rund 20 Millionen Schadenersatz verurteilt.

Um diese Summe soll er seinen verstorbenen Kunden, den Kunstsammler und Aldi-Nord-Erben Berthold Albrecht bei Kunst.- und Oldtimergeschäften betrogen haben. Noch bevor im Essener Strafprozess Achenbach deshalb für schuldig befunden und zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde, hatte das Düsseldorfer Landgericht über die Schadenersatzklage entschied.

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Diese Klage der Erben Berthold Albrechts hatte sich aber nicht nur gegen Helge Achenbach persönlich, sondern auch gegen zwei seiner Unternehmen gerichtet. Die steckten zu dieser Zeit mitten in Insolvenzverfahren, die Klagen gegen sie ruhten deshalb. Dass der Düsseldorfer Richter in einem Teilurteil allein den Kunstberater verurteilte, sei "unzulässig", erklärte am Donnerstag der Vorsitzende des 8. Zivilsenats am Oberlandesgericht. Er hatte bereits in der ersten Verhandlung über die Berufung Zweifel am Düsseldorfer Urteil angedeutet und einen Vergleich angeregt. Der war nach mehrmonatigen Verhandlungen der Anwälte jedoch nicht zustande gekommen.

Achenbach sitzt seit Juni 2014 in Untersuchungshaft. Vor einem Jahr wurde der früher einflussreiche Kunstberater wegen Millionenbetrugs an seinem 2012 gestorbenen Duzfreund Albrecht bei Kunst- und Oldtimer-Deals zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Im Januar 2015 war Achenbach in einem Zivilprozess zur Zahlung von fast 20 Millionen Euro Schadenersatz an die Albrecht-Familie verurteilt worden. Dagegen hatte er am Oberlandesgericht Düsseldorf Berufung eingelegt.

(sg/lnw)
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