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Düsseldorf: Heinz-Richard Heinemann wird heute 65

Düsseldorf : Heinz-Richard Heinemann wird heute 65

Wenn man Heinz-Richard Heinemann erreichen will, muss man seine Rituale kennen. Seine Mails checkt er nur einmal am Tag ("Der Briefträger kommt ja auch nur einmal am Tag und nicht alle fünf Minuten"), beantwortet diese Mails generell erst am Tag drauf.

Sein geschäftliches Handy schaltet er um 14 Uhr aus, sein privates dagegen um 14 Uhr an. Aber: Er ruft immer zurück - egal, was man wissen will. Ist eben ein Mensch der Kommunikation, dieser Chocolatier, der das Familienunternehmen, die Konditorei Heinemann, nun seit 20 Jahren führt. Ein charmanter dazu.

Und genau diese Kommunikation, dieser Kontakt mit anderen Menschen ist es auch, was ihm am liebsten ist. "Ich könnte jeden Tag etwas Neues machen, aber es müsste immer etwas mit dem Kontakt zu anderen Menschen zu tun haben", sagt der Mann, der heute seinen 65. Geburtstag feiert. 65? Ist das wahr? Der Mann sieht jung und sportlich aus. Und immer schick.

Normalerweise laufen Männer in seinem Alter ja gerne in beigefarbenen bequemen Klamotten herum. Nicht so der Herr Heinemann. Der trägt Knallrot, Orange oder Grün, vor allem modisch soll es sein. "Ich bin doch kein alter Mann", weist er entrüstet von sich. Schon früh habe er gelernt, dass man mit viel Disziplin und Einsatz etwas erreichen kann. "Meine Eltern haben ja im hohen Alter noch hinter dem Tresen gestanden." Darum sei das Alter von 65, das für die meisten den Eintritt ins Rentenalter bedeutet, für ihn keine Marke, kein Einschnitt.

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Sein Arbeitsalltag bleibt auch in diesem neuen Lebensjahr gleich: Jeden Morgen steht er um 6.30 Uhr in der Mönchengladbacher Backstube, arbeitet dort bis mittags, nachmittags geht er auf Tour und ist zu einer seiner zwölf Filialen unterwegs. "Alle Geschäfte sind im Rheinland - aus Überzeugung." In den Cafés und Läden hört er dann direkte Rückmeldung auf die Qualität der Produkte.

Und genau das ist ihm wichtig. Den Urlaub verbringt der Nicht-Rentner, der zwei- bis dreimal in der Woche im Homes Place Fitness-Center an der Königsallee trainiert und gesteht, jeden Tag Schokolade oder Trüffel zu probieren, am liebsten im Tessin. Er hat zwölf Jahre in der Schweiz gelebt und dort noch immer einen großen Freundeskreis.

Freunde sind Heinz-Richard Heinemann wichtig, Kontakte innerhalb der Düsseldorfer Gesellschaft mittlerweile nicht so sehr. "Die haben an Wichtigkeit verloren." Richtige Freunde dagegen gebe es nur wenige. Ob die heute zu seinem Geburtstag in seine Altstadt-Wohnung kommen, weiß der Herr der Torten und Trüffel nicht. "Ne, gefeiert wird nicht. Es kommt keiner vorbei."

Berühmt ist die Konditorei Heinemann nicht nur, aber vor allem wegen der Champagnertrüffel - die sind international bekannt und haben weltweit ihre Liebhaber. Sogar Papst Benedikt kennt diese Süßigkeiten: Als im August eine Düsseldorfer Delegation in den Vatikan reiste, waren auch zehn Pfund davon im Reisegepäck.

Heinemann engagiert sich vielfältig in der Stadt, ist zum Beispiel im Kuratorium der Bürgerstiftung Lambertus oder arbeitet ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz mit. Seine "Schokoladenträume" hat er in einem Buch niedergeschrieben. Auch im Düsseldorfer Karneval lässt sich Heinemann sehen und spendiert immer mal wieder kleine Tütchen mit Champagnertrüffeln für alle Gäste einer Veranstaltung - oder feiert einfach nur mit. Im Jahr 2007 wurde er mit dem Georg-Schulhoff-Preis für vorbildliche Ausbildung in einem Handwerksbetrieb ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr gab es Lob für die "weltbesten" Champagnertrüffel, ausgesprochen vom Land NRW.