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Heinrich-Heine-Uni Düsseldorf: So zufrieden sind Studierende mit dem digitalen Semester

Heinrich-Heine-Uni Düsseldorf : So zufrieden sind Studierende mit dem digitalen Semester

Eine Umfrage unter Studierenden der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf zeichnet ein gemischtes Stimmungsbild. Viele der Befragten könnten sich digitales Lernen auch im Regelbetrieb vorstellen.

Ein Semester ohne Vorlesungen und Seminare auf dem Campus, dafür mit vielen Videokonferenzen und -aufzeichnungen daheim am Computer: So sieht das aktuelle Semester immer noch für die meisten Studierenden und Lehrenden an der Heinrich-Heine-Universität (HHU) aus. Ein Großteil der Lehrenden ist zufrieden, wie die kurzfristige Umstellung auf das digitale Semester wegen des Coronavirus geklappt hat, bei den Studierenden sind es im Vergleich aber deutlich weniger. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung, die die Uni zwischen Ende Juni und Anfang Juli durchgeführt hat.

Ein Großteil der Befragten findet, dass die Umstellung unter den gegebenen Umständen gut geklappt hat. Knapp zwei Drittel der Studierenden (64 Prozent) zeigen sich mit den kurzfristig auf die Beine gestellten digitalen Lehrveranstaltungen zufrieden. Bei der tatsächlichen Umsetzung sind es aber nur noch rund 53 Prozent. Lehr-Formate wie Screencasts und Lernvideos, regelmäßig zu erledigende Aufgaben sowie freiwillige Tests und Quiz kommen bei den Studierenden gut an. Viele schätzen auch die höhere zeitliche Flexibilität, favorisieren auch künftig Live-Videokonferenzen und Videoaufzeichnungen.

Deutlich zufriedener zeigen sich die Lehrenden. 77 Prozent sind mit der Umsetzung ihrer digitalen Lehrveranstaltungen zufrieden. Allerdings empfindet nur etwa ein Drittel (32 Prozent) die Vermittlung der Lerninhalte im Vergleich von Online-Unterricht und Präsenzlehre als gleich gut. Überraschend: 2,8 Prozent haben gar den Eindruck, ihre Lerninhalte online besser vermitteln zu können.

„Wir wollen zum einen ein Stimmungsbild einholen, zum anderen die Ergebnisse, Anregungen und Verbesserungsvorschläge nutzen, um die Studienbedingungen an der HHU in Corona-Zeiten im kommenden Wintersemester weiter zu optimieren“, sagt Prorektor Professor Christoph J. Börner zum Ziel der Online-Umfrage. So laufen zurzeit die Vorbereitungen für das kommende Herbstsemester, in dem es wieder Präsenzveranstaltungen geben soll. Über das Wie und das Maß wird noch diskutiert.

Das digitale Sommersemester sei mit einem „Modernisierungsschub einhergegangen“, sagt Börner. Viele Lehrende haben die coronabedingte Umstellung auf ein Online-Semester zum Anlass genommen, die eigene Lehre zu modernisieren und können sich auch nach der Rückkehr zu einem Regelbetrieb den vermehrten Einsatz von E-Learning-Methoden und -Tools wie Lehrveranstaltungsaufzeichnungen, Screencasts und Kollaborationstools vorstellen.

Das gilt auch für die Nutzung „neuer“ Kommunikationswege wie Chats oder Online-Sprechstunden. „Um dies technisch zu ermöglichen, sind wir dabei, in allen Hörsälen Funkstrecken sowie teilweise auch stationäre Vorlesungsaufzeichnungsgeräte zu installieren. Weiterhin fördern wir den Einsatz interaktiver Formate. E-Learning- und hochschuldidaktische Unterstützungsangebote der HHU wie Qualifizierungsprogramme und Kurzworkshops werden wir bündeln und ausbauen.“

Ganz einer Meinung sind Studierende und Lehrende in dem Punkt, dass der wechselseitige Austausch zu kurz gekommen ist. Künftig gewünscht sind deshalb mehr Interaktionsformate wie Gruppenarbeit und Videokonferenzen.