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Tierschützer fordern: Heimatlose Katzen sollen kastriert werden

Tierschützer fordern : Heimatlose Katzen sollen kastriert werden

Tierschützer fordern Kastration der Tiere. Die Stadtverwaltung lehnt aus rechtlichen Gründen eine Verordnung ab.

Das Katzenhaus im Tierheim ist überfüllt. Werden normalerweise in den Herbstmonaten 50 bis 60 Katzen von der Straße aufgenommen, so leben jetzt 132 in den mit Katzenbäumen, Körbchen und Decken hergerichteten Räumen. "Vor sechs Wochen waren es sogar über 200, wir konnten zum Glück viele Katzen an Bürger vermitteln", berichtet Anja Peters, Leiterin des Tierheims.

Für sie belegen die Zahlen eindeutig, dass die Population der Katzen in Düsseldorf wächst. Mit unangenehmen Folgen: Die Tiere, die im Freien leben müssen, leiden und drohen zu verwildern, und Anwohner ärgern sich, dass ihre Gärten und die Grünanlagen als Revier umkämpft sind.

Ein Vorstoß von Tierschützern und Mitgliedern des Katzenschutzbundes, durch Kastration der Kater die rasche Vermehrung zu verhindern, ist allerdings soeben gescheitert.

Ein Bürgerantrag, in einer städtischen Verordnung die Pflicht zur Kastration, zur Registrierung und zur Kennzeichnung vorzuschreiben, wurde von der zuständigen Geschäftsstelle des Anregungs- und Beschwerdeausschusses zurückgewiesen. Die Begründung: Eine ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt sei rechtswidrig, weil es auf Landes- oder Bundesebene dafür keine gesetzlichen Grundlagen gebe.

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Deshalb ließ der Ordnungs- und Verkehrsausschuss des Rates im Jahr 2011 seine Absicht fallen, eine solche Verordnung zu erlassen. Dieses Argument will Elke Bongers von der Initiative nicht gelten lassen: "Viele andere Städte haben eine Verordnung für Kastration erlassen, um das Problem lösen zu helfen."

Die Stadt Düsseldorf will aber diesem Beispiel nicht folgen. "Wenn ein Katzenbesitzer gegen eine solche Verordnung klagen würde, bekäme er höchstwahrscheinlich Recht", erläutert Klaus Meyer, Leicher des Veterinäramtes, die Haltung der Stadt.

Er hofft nach wie vor darauf, dass im Tierschutzgesetz des Bundes entsprechende Regelungen vorgesehen werden. Denn es steht für ihn außer Frage, dass die zu große Zahl der Katzen mit der Gefahr der Verwilderung vor allem aus Gründen des Tierschutzes untragbar ist.

Solange eine Verordnung nicht in Kraft ist, "müssen wir uns auf eine steigende Zahl von Fundkatzen einstellen", sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Monika Piasetzky. Deshalb wurden mehr Räume für Katzen geschaffen, weil Kleintiere wie Kaninchen, die bisher auch im Katzenhaus eine Bleibe hatten, in einem neuen Gebäude ein neues Zuhause gefunden.

Zudem soll das Katzenhaus im Tierheim in Kürze um ein überdachtes Freigehege von etwa 60 Quadratmetern erweitert werden. "Die Tiere haben dann mehr Auslauf und können sich auch schon mal leichter aus dem Weg gehen, das hilft Konflikte zu vermeiden", sagt Piasetzky. Die Kosten trägt der Tierschutzverein. Aber auch die Stadt hat durch die steigende Zahl der zu betreuenden Katzen mehr Ausgaben, weil sie Teile der Pflegekosten tragen muss.

Aber mit Geld allein ist das Problem nicht zu lösen, so Piasetzky. Der Tierschutzverein sucht Düsseldorfer, die regelmäßig ins Katzenhaus kommen und sich mit den Tieren beschäftigen. "Denn Katzen brauchen Zuwendung", so Peters.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Düsseldorf: Diese Tiere suchen ein neues Zuhause

(RP/jco/top)