Umstrittene Pläne: Heerdter Dreieck: Umbau gestartet

Umstrittene Pläne : Heerdter Dreieck: Umbau gestartet

Am Heerdter Dreieck haben die Arbeiten für den Neubau und die Umgestaltung dieses Verkehrsknotenpunktes begonnen. Nächsten Dienstag werden die Pläne im Comenius-Gymnasium präsentiert. Die Verkehrsführung ist umstritten.

Zwischen Seestern, Heerdter Dreieck und dem ehemaligen Gatzweilergelände unmittelbar an der A52/B 7 haben die Vorbereitungen für eines der größten städtebaulichen Projekte begonnen: der Umbau des Dreiecks, der Hand in Hand geht mit dem Neubau des Vodafone-Campus. Das Projekt stößt bei vielen Anwohnern der benachbarten Stadtteile auf Skepsis, weil man einen erheblich zunehmenden Verkehr befürchtet.

Die Baustelle für den Umbau des Heerdter Dreiecks Ende September. Foto: RP, Thomas Bußkamp

Nächsten Dienstag, 28. September, wird es im Comenius-Gymnasium in Oberkassel (Hansaallee 90) einen Info-Abend geben, bei dem Baudezernent Gregor Bonin und die Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement, Andrea Blome, die Einzelheiten erläutern. Rolf Tups, Bezirksvorsteher der linksrheinischen Stadtteile, wird die Moderation des Abends übernehmen. Beginn ist um 18.30 Uhr.

Skizzen im Internet

Wer sich vorab informieren will, kann das unter duesseldorf.de/aktuelles tun. Dort finden sich neben einem erklärenden Text Fotos, die das gesamte Areal und die Verkehrsführung nach der Fertigstellung im März 2012 zeigen.

Die Bauarbeiten haben mit einiger Verzögerung begonnen, weil man auf grünes Licht für den Vodafone-Neubau wartete. Dieses Bauvorhaben war von der Stadt zwar schon im Frühsommer genehmigt worden, aber der Baustart verzögerte sich. Gerüchte, man habe mit dem künftigen Hauptmieter Vodafone über die Dauer des Mietvertrages gestritten, dementierte jetzt ein Insider.

Es habe die ganze Zeit festgestanden, dass Vodafone die komplette Immobilie ab Anfang 2012 für 20 Jahre mietet. Die Bauverzögerung sei durch Probleme bei der Eigenkapital-Absicherung entstanden. Das jedoch ist jetzt vom Tisch, die Arbeiten haben begonnen.

Das ganze Projekt hat Auswirkungen auf die gesamte Stadt, weil Vodafone umzieht und am Altstadtufer Flächen frei macht, die die Landesregierung künftig für Ministerien nutzen will. Die Häuser sind bereits an das Land verkauft.

Linksrheinisch wird sich durch den Neu- und Umbau ein Teil der Verkehrsführung ändern: Künftig wird es von der Pariser Straße in Oberkassel keinen direkten Zugang mehr zum Heerdter Dreieck und damit zur Autobahn geben. Verkehrsplaner erhoffen sich davon eine Entlastung der Pariser Straße und der Düsseldorfer Straße, da viele diese Route als Zugang zur Autobahn genutzt haben.

Anwohner sehen die gesamte Planung trotzdem mit Skepsis — sie fürchten zusätzliche Verkehrsströme durch die Wohnstraßen — nicht zuletzt durch das ebenfalls jetzt startende Neubauprojekt Belsenpark. Dieses neue Wohn- und Büroviertel erstreckt sich vom Belsenplatz in Oberkassel über das frühere Bahnhofsgelände bis an den Seestern. Mehrere tausend Menschen werden dort nach der Fertigstellung arbeiten und/oder wohnen — sie sollen künftig über die Hansallee anreisen oder abfahren. Gefürchtet wird allerdings, dass auf die schon heute stark belastete Luegallee weitere Verkehrsströme zukommen.

Außerdem in der Planung: der Umbau des Heerdter Dreiecks und Neubau einer Anschlussstelle der Brüsseler Straße (B7) an den Heerdter Lohweg als dritten Verknüpfungspunkt mit der B7 zwischen den beiden Anschlüssen Am Seestern und der Anschlussstelle Büderich. Es wird also eine weitere Autobahnzufahrt geben. Und der Bau der verlängerten Böhlerstraße als neue Verbindung der Hansaallee zur A52/Anschlussstelle Büderich.

(RP)
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