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Hbf Düsseldorf: Polizei nimmt mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Syrien fest

Mutmaßlicher Kriegsverbrecher in Düsseldorf gefasst : Syrer soll 36 Menschen getötet haben

In Düsseldorf hat die Polizei im Auftrag der Bundesanwaltschaft einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Syrien festgenommen. Der 35-jährige Mann soll bei einem Massaker 36 Menschen getötet haben.

Die deutschen Behörden gehen verschärft gegen mutmaßliche syrische Kriegsverbrecher vor. Weitere Festnahmen gab es jetzt in Düsseldorf und im Regierungsbezirk Gießen. Zugleich sammelt die Bundesanwaltschaft Zeugenaussagen von Folteropfern, um den Tätern in syrischen Geheimdienstgefängnissen den Prozess machen zu können.

Deutsche Justiz darf seit 2002 ermitteln

Seit der ersten Niederschlagung von Protesten in Syrien laufen bei der Bundesanwaltschaft Ermittlungsverfahren sowohl gegen das Regime als auch gegen Terrorgruppen. Seit 2002 kann die deutsche Justiz bei Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermitteln, auch wenn sie nicht in Deutschland begangen wurden.

Auf dem Bahnsteig an Gleis Vier im Düsseldorfer Hauptbahnhof warteten Beamte des Bundeskriminalamts am Mittwoch Abend auf Abdalfatah H.-A. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hielt sich zur Sicherung bereit, als kurz vor 18 Uhr der Zugriff erfolgte. Die Festnahme des 35-Jährigen verlief aber ohne Zwischenfälle, wurde nicht einmal auf den Nachbarbahnsteigen bemerkt. Der Generalbundesanwalt hält den Syrer für dringend verdächtig, für die Al-Nusra-Front gearbeitet und 36 Regierungsbedienstete ermordet zu haben. Dabei soll es sich um eine Hinrichtung nach einem sogenannten Scharia-Urteil gehandelt haben.

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Auch zweite Festnahme mit Bezug zu Düsseldorf

Auch die zweite Festnahme weist Bezüge nach Düsseldorf auf. Der im Regierungsbezirk Gießen gefasste 26-jährige Syrer soll Gelder und Fahrzeuge der Al-Nusra-Front verwaltet haben. Er habe die Kampftruppe 2013 zusammen mit einem der vier Männer gegründet, die verdächtigt werden, einen Anschlag auf die Düsseldorfer Altstadt geplant zu haben, erläuterte die Bundesanwaltschaft.

Dass ein vorbestrafter oder international gesuchter Flüchtling unerkannt Asyl beantragen kann, ist in NRW kaum noch vorstellbar. Seit April werden alle Neuankömmlinge noch vor der Antragstellung inklusive Fingerabdrücken und biometrischem Foto erfasst. Es erfolgt ein automatischer Abgleich mit den Daten von Sicherheitsbehörden wie dem Bundeskriminalamt. "NRW war das erste Flächen-Bundesland, das dieses System eingeführt hat", so ein Sprecher des NRW-Innenministeriums.

(RP)