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Düsseldorf: Hausverwalter verspielte Kunden-Geld online

Düsseldorf : Hausverwalter verspielte Kunden-Geld online

22 Monate Bewährungsstrafe für 54-Jährigen

Massenweise Geld zu verlieren beim Online-Poker, war für einen Spieler (54) kein Problem. Es war ja nicht sein Geld, das er elf Monate lang verzockt hat. Probleme kamen erst, als auffiel, dass er als Hausverwalter reihenweise Konten seiner Kunden geplündert hatte - um deren Rücklagen in Internet-Casinos "zu vermehren". Das Amtsgericht fand das gestern "sehr naiv", verurteilte ihn wegen Untreue und Betruges und verhängte 22 Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung.

Ein Bank-Beauftragter hatte wegen 56 Abhebungen des Angeklagten über 213 063,789 Euro Alarm geschlagen. Rechnerisch hatte der 54-Jährige jeden Monat fast 20 000 Euro abgezweigt. "Er wollte die Leute nicht schädigen, also nicht dauerhaft", so sein Verteidiger. Es sei als eine Art Leihgeschäft gedacht gewesen. Der Angeklagte: "Ich dachte immer, das kriegst du wieder hin." Teils habe er gewonnen, "aber dann kam wieder das Minus". Und damit der nächste Grund, sich aus Rücklagen zu bedienen. Quer durch die Stadt, vom Mannesmannufer bis zur Prinz-Georg-Straße, von der Benrather Ratshausstraße bis zur Bilker Brunnenstraße hatte der bisher unbescholtene Angeklagte andere Hausverwaltungen durch Dumping-Angebote ausgestochen.

Ein Rentnerpaar, das zu den Opfern zählte, war beim Prozess dabei. "Er hat unser Vertrauen missbraucht", sagten sie. Dass sie ihren Verlust von 4000 Euro zurückbekommen, glauben sie nicht.

(wuk)