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Düsseldorf: Hausschlüssel gestohlen und dann das Auto

Düsseldorf : Hausschlüssel gestohlen und dann das Auto

Kein Einkommen, aber "ich habe einen Faible für schöne Autos". Dieses Dilemma löste ein 23-Jähriger vor rund einem Jahr durch Straftaten. Als Sohn einer Putzfrau hat er laut Geständnis beim Amtsgericht seiner Mutter den elektronischen Schlüssel zum Haus ihres Chefs gestohlen, ist während dessen Fuerteventura-Urlaub eingestiegen, hat die Räume ausgeplündert, sich auch den 80 000 Euro teuren Chef-BWM angeeignet. Dafür verhängte die Richterin gestern sechs Monate Bewährungsstrafe. Eine weitere Strafe von 1200 Euro hatte der Auto-Fan schon bezahlt. Die war verhängt worden, weil er mit dem erbeuteten 258-PS-Auto mehrere Unfälle ohne Führerschein gebaut hatte und stets abgehauen war.

Ganz leise hat der 23-Jährige die Anklage bestätigt. "Weiß nicht, warum ich das gemacht habe, ich hätte es nicht tun sollen." Er habe sich wegen finanzieller Probleme verleiten lassen, erst den Hausöffner zu stehlen, dann das Haus auszuplündern. Demnach wusste der Angeklagte, dass der IT-Manager (48) im Urlaub war, hat dies und das Vertrauen seiner Mutter gezielt ausgenutzt. Im Prozess kam heraus, dass er mit der Luxus-Limousine innerhalb weniger Tage mindestens drei Unfälle gebaut, das Fahrzeug rundum beschädigt hat. Die Reparatur kostete rund 8000 Euro. Allein dafür ist er schon zu 1200 Euro Strafe verurteilt worden.

Dass der Manager kein Opfer von Profi-Dieben geworden war, lag schnell auf der Hand. Denn das Auto verfügt über einen Sender, durch den es leicht geortet werden kann. "Ich bin in die Schuldenfalle getappt, will jetzt einen Job annehmen, um meinem Leben einen geregelten Ablauf zu geben", so der 23-Jährige. Außer Taschengeld von seiner Mutter habe er keine Einkünfte, sich nur als Amateur-Fußballer verdingt. Jetzt, so die Staatsanwältin, sei der Angeklagte "wohl auf einem guten Weg". Die Richterin misstraute dem aber so weit, dass sie neben der Strafe einen Bewährungshelfer bestellte, der den 23-Jährigen betreuen soll. Außerdem muss er 20 Stunden Sozialarbeit leisten. Und die Autoversicherung des Managers hat angekündigt, die Reparaturkosten für den verbeulten Wagen vom Angeklagten einzufordern.

(wuk)