Kinder in Düsseldorf Das Haus der kleinen Leute

Düsseldorf · In Ergänzung zum Kita-Angebot in der Stadt gibt es immer mehr Großtagespflegen. Die wachsen wie ein Beispiel aus Flingern zeigt. Das Familienunternehmen wird jetzt auch zur Betriebskita von Douglas.

Elenaz Kateby, Marisa Jun und Gerd Kateby in dem Haus der kleinen Leute, in dem bald Kinder von Douglas-Mitarbeitern toben werden.

Elenaz Kateby, Marisa Jun und Gerd Kateby in dem Haus der kleinen Leute, in dem bald Kinder von Douglas-Mitarbeitern toben werden.

Foto: Marc Ingel

Das Haus der kleinen Leute ist alles andere als winzig. Genau genommen sind es sogar mehrere Häuser am Standort Living Circle in Flingern, die alle eine andere Farbe im Logo haben, damit man sie auch unterscheiden kann. Früher war hier mal das Thyssen Trade Center, das stand dann lange leer und machte Platz für Wohnungen, mehr als 300 wurden es. Und das Neubaugebiet Grafental ist auch nicht weit, und viele der neu hinzugezogenen Familien haben Kleinkinder. Da reicht die eine gebaute Kita vor Ort nicht aus, um den Betreuungsbedarf zu decken. Und da kam das Haus der kleinen Leute als Einrichtung der Großtagespflege an der Frank-Zappa-Straße ins Spiel.

Elenaz und Gerd Kateby, selbst Eltern von zwei Söhnen, gründeten das Familienunternehmen als gemeinnützige GmbH 2016, und aus einem Haus wurden schnell vier Häuser, die jeweils autark geführt werden, zusätzliche sind bereits in Planung. Ein weiteres, das türkisfarbene Haus, feiert am Freitag Eröffnung, und das ist ein ganz besonderes: Es ist die erste Betriebskita, für die es einen Kooperationsvertrag mit Douglas gibt. Die Unternehmenszentrale an der Luise-Rainer-Straße liegt keine fünf Minuten entfernt – und hat offensichtlich Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder ab vier Monaten bis zum Schuleintrittsalter. „Wir waren lange Nachbarn, ohne dass wir voneinander wussten. Zuerst waren nur drei Plätze angefragt, aber schnell wurde klar, dass es mehr werden und wir eine weitere Gruppe für neun Kinder mit zwei Tagespflegerinnen dafür gründen“, erklärt Elenaz Kateby, die ursprünglich mal OP- und Intensivkrankenschwester sowie Pflegedienstleiterin war. Für die Douglas-Gruppe hat der anerkannte Träger der Freien Jugendhilfe eine freigewordene Wohnung der Awo übernommen, denn genau genommen sind die Häuser der kleinen Leute geräumige Erdgeschosswohnungen, die entsprechend kindgerecht umgebaut wurden. „Dafür war dann eine Nutzungsänderung notwendig, wobei die Auflagen deutlich geringer als bei Kitas sind“, erläutert Gerd Kateby, der in seinem ersten Leben Wirtschaftsinformatiker war. Was nichtsdestotrotz unter anderem gewährleistet sein muss: ausreichend Fluchtwege, bodentiefe Fenster und mindestens zehn Quadratmeter Platz pro Kind. Eine eigene Freifläche muss dagegen nicht vorhanden sein, „dafür können wir die vielen öffentlichen Spielinseln hier im Inner Circle nutzen“, sagt Kateby.

Das alles und mehr kann das Haus der kleinen Leute garantieren, und daher war die Kooperation mit Douglas auch schnell in trockenen Tüchern. „Wir legen bei Douglas großen Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und möchten diese Flexibilität für die vielen Väter und Mütter sowie alle werdenden Eltern weiter fördern. Deshalb ist die Kooperation mit dem Haus der kleinen Leute für uns ein Herzensprojekt. Das tolle Team, die moderne Einrichtung und natürlich die räumliche Nähe passen hervorragend zu Douglas, und wir freuen uns, unsere Zusammenarbeit durch weitere Betriebskita-Plätze auszubauen“, sagt Lena Krömer, Vice President People Experience von Douglas.

Dennoch bleibe die Belegung ein Spagat, betont Elenaz Kateby: „Wir wollen und müssen Betreuungsplätze für alle Düsseldorfer Kinder freihalten, gerade Inklusionskinder sind uns wichtig. Und auch Douglas will ja keinem einen Platz wegnehmen.“ Da gelte es, genau abzuwägen. Jedenfalls sollen der Kooperation mit Douglas weitere folgen, ohnehin will das Haus der kleinen Leute ja wachsen. „Zusätzliche Betriebsgroßtagespflegen sind bereits in Planung“, sagt Marisa Jun, Assistenz der Geschäftsführung. Gerade das Beispiel mit Douglas habe gezeigt, dass es zwar Unterschiede zu anderen Partnern gebe, „aber dafür, dass es für uns die erste Betriebstagespflege ist, konnten wir uns immer souverän und gut verständigen“, so Jun. Und so dürften zu grünem und gelbem, blauem, türkis- und lilafarbenem Haus bald weitere Einrichtungen hinzukommen – so lange dem Team denn die Farben nicht ausgehen.