Haus der Jugend in Düsseldorf wird neu gebaut

Bauen in Düsseldorf : Haus der Jugend wird neu gebaut

Das alte Gebäude an der Lacombletstraße ist marode und wird abgerissen. Der Neubau kostet 14 Millionen Euro.

Es hat schon legendäre Konzerte von zu diesem Zeitpunkt oft unbekannten Bands im Haus der Jugend gegeben. Doch der Bau aus den 1950er Jahren war auch Anlaufstation des Jugendrings und der Arbeitsgemeinschaft Düsseldorfer Jugendverbände sowie Aufführungsstätte der JAB (Junge Aktionsbühne). Auf der Wiese davor hat es unzählige Flohmärkte gegeben. Aber die Zeit des alten Gebäudes ist abgelaufen, es wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

In der Sitzung der Bezirksvertretung 2 präsentierte Sabine Schleicher von der Stadttochter IPM (Immobilien Projekt Management) das Bauvorhaben im Detail. Dass ein Abriss unvermeidbar ist, daran lässt sie keinen Zweifel: „Der Altbau ist marode, es gibt Schimmel und Feuchtigkeit, das Dach ist undicht, Abflusssystem und Heizung sind veraltet.“ Stattdessen wird nun ein Gebäude „mit vielen Nutzungsmöglichkeiten“ entstehen. Für die Halle, für Büros und Funktionsräume gibt es modernen Ersatz, geplant ist aber auch eine Kita mit Küche für Kinder unter drei Jahren (22 Plätze) und über drei Jahren (48) sowie einer Außenfläche von 1250 Quadratmetern. Darüber hinaus sind Appartements für 19 Azubis vorgesehen, die, wie Joachim Möntmann vom Jugendring erklärt, vor allem für Auszubildende aus dem ländlichen Umfeld vorgesehen sind, die in Düsseldorf eine Stelle gefunden haben. Erfahrungsgemäß beläuft sich die Miete für solche Kleinstwohnungen auf rund 200 Euro im Monat. Aktuell gibt es lediglich 15 solcher Appartements, angestrebt sind mittelfristig 200 Plätze.

Gebaut wird dreigeschossig mit einem Innenhof auf einer Fläche von 3100 Quadratmetern, auch für ein kleines Café wird wieder Platz sein. Befürchtungen aus der Bezirksvertretung, bei dem Abbruch des Hauses könnten die im Rahmen einer Untersuchung festgestellten Schadstoffe freigesetzt werden, konnte Sabine Schleicher entkräften. Auch dass ein Ausmaß der Schadstoffbelastung allenfalls grob geschätzt worden sei, verneinte sie: „Wir haben ein Schadstoffgutachten erstellen lassen, dabei werden auch gezielte Bohrungen vorgenommen.“

Die Funktionen des Jugendrings werden künftig ringförmig um den Innenhof aufgeteilt. Alle Funktionsbereiche stehen dann untereinander in Beziehung. Konzertraum, Café und Küche befinden sich im Erdgeschoss. Seminarbereich und Verwaltung verteilen sich auf das erste und zweite Obergeschoss. Durch die Lage der Treppenhäuser ist die Zugänglichkeit steuerbar, es ist möglich, Veranstaltungsbereich, Büro sowie Verwaltung und Seminarbereich einzeln für den Publikumsverkehr zu öffnen. Das Café kann bei Bedarf unabhängig vom Konzertraum betrieben werden. Die Kindertagesstätte liegt im Erdgeschoss und kann durch einen eigenen, separaten Zugang unabhängig betrieben werden. Die Appartements für die Azubis werden ebenso über einen eigenen Zugang erschlossen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 14,3 Millionen Euro, voraussichtlich steuert das Land 1,9 Millionen Euro bei. Schleicher hofft auf einen Baubeginn im dritten Quartal 2020, die Bauzeit dürfte 15 Monate betragen. Wo genau der Jugendring währenddessen unterkommt, steht noch nicht genau fest, es läuft wohl auf eine Container-Lösung hinaus.

Dass die Schulbaufirma sehr wohl auch an Umweltaspekte denkt, betont Sabine Schleicher: „Wir planen mit begrüntem Dach, Photovoltaikanlage zur Eigenenergiennutzung, Blühwiesen und Insektenhotels.“ Die angegebenen 35 Stellplätze seien eine maximale Größe, „da wollen wir noch runter“. Dass die Anwohner Angst vor Lärmbelästigungen haben, kann die Projektmanagerin verstehen: „Deshalb soll der Innenhof die Besucher empfangen und so auch als eine Art Lärmschutz dienen.“

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