Modernisierung: Hauptbahnhof: Umbau bald fertig

Modernisierung: Hauptbahnhof: Umbau bald fertig

30 Millionen Euro investieren Stadt, Bahn und Pächter in die Modernisierung. Neue Lüftungen, Geschäfte und Gastro-Punkte entstanden in einem Jahr. In zwei Monaten ist alles fertig. Grauert baute für 1,6 Millionen Euro ein neues Presse- und Buch-Paradies. Jetzt folgt noch der Vorplatz.

Gut ein Jahr hat die Schönheitsoperation im Hauptbahnhof gedauert. 30 Millionen Euro haben Stadt, Bahn AG und diverse Geschäftsleute in die Modernisierung von Lüftungskanälen, Läden und Gastro-Punkten gesteckt.

Presse und Buch Grauert hat bereits einen Renovierungsmarathon hinter sich: Nachdem der Laden an Gleis 4 geschlossen und an Gleis 14 ein neuer, übersichtlicher Presse-Shop geschaffen wurde, schließt Grauert seine Modernisierungen am Montag ab. Auf der Fläche der ehemaligen Markthalle rechts vom Haupteingang eröffnet Inhaber Götz Grauert ein 1000 Quadratmeter großes Presse- und Buch-Areal. "Damit haben wir unsere umfangreichen Modernisierungen abgeschlossen", sagt Grauert.

Abgeschlossen sind bis Ende des Jahres auch die anderen, letzten Umbau- und Modernisierungsarbeiten innerhalb des Hauptbahnhofs. Stockheim hat im Sommer 2008 bereits mit fünf Millionen Euro große Teile des Gastronomieangebots der zwölf Betriebe im Hauptbahnhof aufgehübscht. Das Gastro- und Handelsunternehmen investierte in den Hauptbahnhof nach eigenen Angaben die zweithöchste Summe nach den Investments in den Flughafen.

Direkt am Haupteingang hinter dem DB Service-Point entsteht das Zeitcafé: ein voll klimatisierter Wintergarten in einer Architektur aus Stahl und Glas. Auf 140 Quadratmetern gibt es Frühstück, Salate, Suppen, Sandwiches, Kuchen und allerlei Getränke. Auch Champagner wird dort serviert. Nach außen geruchs- und luftdicht abgetrennt, können dort 20 Raucher in einer eigenen Lounge Platz nehmen.

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Noch stehen letzte Lüftungsarbeiten aus, die bald aber abgeschlossen sind, sagte gestern der Leiter des Bahnhofsmanagements, Jörg Seelmeyer. Insgesamt drei Raucherlounges sind bis zum Jahresende ebenfalls eingerichtet und im dann rauchfreien Hauptbahnhof abgedichtet. Zuletzt war der Hauptbahnhof vor einem Vierteljahrhundert umfassend renoviert worden.

Zehn Millionen Euro hat allein die Deutsche Bahn verbaut — rund die Hälfte davon für den Brandschutz, sagt Seelmeyer. Grauert hat nach der Runderneuerung etwa 3800 Pressetitel ständig präsent, davon allein 1500 ausländische. Der großzügige Buchbereich mit beige-farbenen Sitzgruppen für die Ruhe mit Buch besticht mit dauerhaft 25.000 Büchern im Angebot. Neben Lotto und Toto hat Grauert auch ein Herz für die edlen Raucher. Im Humidor für Zigarren gibt es durchaus echte Kostbarkeiten zu kaufen.

Als letztes renoviert die Deutsche Bahn sozusagen sich selbst. Das Reisezentrum ist in die Jahre gekommen. Deshalb sind die Mitarbeiter seit Juli mit ihren Info- und Ticketschaltern sowie das DB-Reisebüro in Container auf dem Konrad-Adenauer-Platz umgezogen. Bis Mitte November steht das Provisorium laut Seelmeyer noch auf dem Vorplatz, danach ist wieder der Umzug in das dann "hellere, freundlichere und geräumigere" Reisezentrum im Gebäude geplant, in den auch ein neues Kundenaufrufsystem integriert werden soll.

Die Schönheits-OP des Gebäudes ist Ende des Jahres beendet. Dann fehlt nur noch der Bahnhofvorplatz, dessen Umgestaltung im März für zehn Millionen Euro bis 2013 erledigt sein soll. Der Platz soll einheitlich gepflastert, Gebäude mit Kiosken sollen an die Straßenbahn-Haltestellen gebaut und Platanen gepflanzt werden. Die vier Gleise bleiben erhalten, werden aber verlegt, so dass die Stationen für Busse und Bahnen enger beieinander liegen. Dann soll der Hauptbahnhof endgültig eine vorzeigbare Visitenkarte Düsseldorfs sein.

(RP)
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