Bundesanwaltschaft ordnet Festnahmen an Düsseldorfer Ehepaar wird Spionage für China vorgeworfen

Düsseldorf · Die Bundesanwaltschaft hat drei Deutsche festnehmen lassen, die für einen chinesischen Geheimdienst tätig gewesen sein sollen. Zwei von ihnen kommen aus Düsseldorf.

Mutmaßliche Spione in Düsseldorf - hier wurden sie festgenommen
6 Bilder

Mutmaßliche Spione in Düsseldorf - hier wurden sie festgenommen

6 Bilder
Foto: Maximilian Nowroth

Die Bundesanwaltschaft hat drei Deutsche wegen des Verdachts auf Spionage für den chinesischen Geheimdienst festnehmen lassen. Die zwei Männer und eine Frau wurden in Düsseldorf und Bad Homburg von Beamten des Bundeskriminalamts festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Montag mitteilte.

Einer der Männer soll für einen sich in China aufhaltenden Mitarbeiter des chinesischen Geheimdienstes MSS Informationen zu militärisch nutzbaren innovativen Technologien beschafft haben. Dazu habe er sich des festgenommenen Ehepaars Herwig und Ina F. „bedient“, das in Düsseldorf eine Firma betrieben habe, hieß es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Die Firma habe als „Medium zur Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit Personen aus der deutschen Wissenschaft und Forschung gedient“.

Die Beschuldigten sollen im Auftrag und mit Bezahlung des MSS von Deutschland aus einen Speziallaser angeschafft und diesen ohne Genehmigung nach China ausgeführt haben, obwohl das Instrument unter die EU-Dual-Use-Verordnung fällt.

Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme befanden sich die Beschuldigten in weiteren Verhandlungen über Forschungsprojekte, die zum Ausbau insbesondere der maritimen Kampfkraft Chinas nützlich sein könnten, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

Die Festgenommenen sollen seit spätestens Juni 2022 für den chinesischen Geheimdienst tätig gewesen sein und in diesem Zusammenhang auch gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen haben. Das Verfahren geht laut Behörde maßgeblich auf Erkenntnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz zurück.

Der Sitz des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Der Sitz des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Foto: dpa/Uli Deck

Die Beschuldigten sollen am Montag und Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden soll. Zudem wurden ihre Wohn- und Arbeitsplätze durchsucht.

(csr/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort