Düsseldorf: Hasen im Schaufenster

Düsseldorf: Hasen im Schaufenster

Knapp drei Wochen vor Gründonnerstag muss man nicht lange suchen, um sie zu finden – bunte Eier und all die anderen Symbole des höchsten aller christlichen Feste. Häschen, Küken und Frühlingsblumen konkurrieren derzeit in den Schaufenstern der Fußgängerzonen um die Blicke der Einkaufsbummler. Und dienen manch einem Händler dazu, seinem Sortiment Farbe zu verleihen.

Im "Arthur Platz" an der Grabenstraße gehört dieses Osterzubehör nicht bloß zur Dekoration. Denn seit Aschermittwoch können sich dort auch die Kunden mit der Festtagsaustattung eindecken. "Die Hasenschule ist ein echtes Phänomen", beschreibt Inhaberin Gisela Lorenz einen ihrer Verkaufsschlager.

Demnach sind die kleinen, bemalten Tonfiguren jedes Jahr ausverkauft. Viel auffälliger sind aber die lackierten Langohren in grellem Neon. Laut Lorenz werden diese sogar von älteren Käufern nachgefragt. "Ich mag Ostern und die ganze Dekoration", sagt Kundin Katharina Bauer. Allerdings bevorzugt die 20-jährige Mönchengladbacherin eher das klassische Design.

Mit dieser Vorliebe dürfte sie bei dem Blumengeschäft gleich gegenüber richtig liegen. Denn bei "Blumen Bergine" ist die Osterausstattung eine Spur schlichter und elegant mit dem gewöhnlichen Blumenangebot verwoben. "Einige Kunden ärgern sich über die Dekoration und können nicht verstehen, dass wir sie schon so lange vor den Feiertagen rausstellen", sagt die Floristin Carina Wensing.

Dafür gibt es jedoch einen guten Grund: "Unmittelbar vor Ostern kaufen die Kunden das nicht mehr so stark." Denn schließlich wollen sie noch etwas davon haben, wenn sie sich Tonhasen, ausgeblasene Wachteleier in Vogelnestern und Gestecke ins Wohnzimmer stellen. Diese gestalten die Floristen des Blumengeschäftes ganz individuell und gerne auch nach Kundenwunsch.

In dem Blumengeschäft an der Grabenstraße wird Kreativität groß geschrieben. Dafür besuchen die Mitarbeiter spezielle Messen in Paris oder Frankfurt und versuchen, die Aufmerksamkeit der Passanten mit neuen Ideen zu gewinnen. "Frühlingsblüher im Filzmantel sind derzeit der absolute Renner", erzählt Wirsing. Allerdings laufen auch die rund 50 Zentimeter großen Tonhasen nach wie vor gut.

Jedoch stellen sich längst nicht nur jene Geschäfte Osterausstattung ins Schaufenster, die damit Geld verdienen. Österlich wird es beispielsweise auch bei Feinkost Heinrich Münstermann, wo sich bunte Karnickel neben Champagnerflaschen, Spargelcreme-Suppe und Schwarzwälder Schinken tummeln.

Einige Häschen haben sich auch Manuela Pasch und Yuta Diepenbruck in ihr Kleidungs- und Accesoiregeschäft "Yuta Pasch Design" gestellt. "Bei unseren Kunden kommt das gut an und passt zu den bunten Kleidern und Taschen", sagt Verkäuferin Petra Kronenberg. Allerdings steht die Deko dort nicht so lange wie in manch anderen Läden: "Sonst haben wir darauf noch vor Ostern keine Lust mehr", erklärt Chefin Manuela Pasch.

(RP)