Student akzeptiert Strafe: Haschisch auf Balkon

Student akzeptiert Strafe : Haschisch auf Balkon

Zwielichtige Gestalten, die am Bahnhof mit Drogen dealen - nein, damit wollte ein 35-jähriger Student der Pädagogik und Soziologie nichts mehr zu tun haben. Die Rauschgifthändler seien ihm einfach "zuwider". Um auf Haschisch trotzdem nicht verzichten zu müssen, hatte er sich im Studentenwohnheim kurzerhand zum Kleingärtner entwickelt.

Der Student hatte in 18 Blumentöpfen aus Cannabissamen erfolgreich 18 halbhohe Pflanzen gezüchtet. Vom Amtsgericht dafür zu fünf Monaten Bewährungsstrafe verurteilt, zog er gestern per Berufung vor das Landgericht. Doch vergebens: Eine Chance auf eine mildere Strafe gab es dort nicht.

Die Pflanzen auf der Balkonbrüstung im obersten Stockwerk waren schon prächtig gediehen, als der Studiosus plötzlich Polizeibesuch bekam. Einer seiner Kommilitonen muss sich an den Gewächsen mit den charakteristisch langen Blättern wohl gestört haben.

Danach schafften es die 18 Setzlinge dann nicht mehr bis zur Blüte, hatten aber trotzdem schon einen messbaren Haschisch-Anteil. Und weil bei dem 35-Jährigen zusätzlich rund fünf Gramm Marihuana gefunden worden sind, verhängte das Amtsgericht die erwähnte Strafe. Der Versuch des Studenten, jetzt in zweiter Instanz etwas Rabatt zu bekommen, schlug aber fehl. Da Gericht und Staatsanwältin eine mildere Beurteilung ablehnten, zog der Student seinen Protest also zurück und akzeptierte die Strafe.

(RP)
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