Einnahmen gesunken: Harter Winter, weniger Knöllchen

Einnahmen gesunken : Harter Winter, weniger Knöllchen

Die Einnahmen der Stadt an den stationären Tempo-Blitzern ging in den ersten Monaten des Jahres um 1,2 Millionen Euro zurück. Ein Grund ist die lang anhaltende Schnee- und Frostperiode, die zum langsamen Fahren zwang. Weitere Überwachungsanlagen sind nicht geplant.

Der harte, lang anhaltende Winter hat offensichtlich für höhere Verkehrssicherheit gesorgt. Zumindest gingen in den kalten, schneereichen Monaten die Einnahmen bei den fest installierten Tempo-Blitzern drastisch zurück. Das zeigt der Controlling-Bericht der Kämmerei für den Etat. Rund 1,2 Millionen Euro weniger nahm die Stadt im ersten Drittel des Jahres im Bereich der sonstigen hohen Erträge ein.

Ein Grund: "Es wurden an den stationären Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung in den ersten Monaten des Jahres sehr viel weniger Autofahrer geblitzt, die zu schnell fuhren", sagte Michael Zimmermann, der Leiter des Ordnungsamtes, unserer Zeitung. Sie mussten die Geschwindigkeit an die schnee- und eisglatten Straßen anpassen.

Zimmermann rechnet allerdings nicht damit, dass dieser Trend anhält. Denn erfahrungsgemäß würden Autofahrer in der kalten und dunklen Jahreszeit langsamer und vorsichtiger fahren als in den warmen Sommermonaten mit ihren langen, hellen Tagen: "Da drücken die Autofahrer offensichtlich mehr aufs Gaspedal."

Viele Baustellen

Trotz dieses Trends rechnet die Stadt nicht damit, dass durch die stationären Blitzer die veranschlagten 14,8 Millionen Euro im Jahr 2011 in das Stadtsäckel fließen. Dafür seien die Mindereinnahmen in den Wintermonaten zu hoch ausgefallen. Zudem würden wegen der vielen Baustellen in der Stadt Autofahrer generell vorsichtiger fahren. Die Stadt wird aber nichts unternehmen, um in diesem Bereich die Einnahmen durch Knöllchen wieder zu erhöhen.

"Es gibt gesetzliche Vorgaben, wann und wo Blitzer installiert werden dürfen", sagte Zimmermann. Neue Gefahrenstellen gebe es in der Stadt nicht. Es reichten die stationären Blitzer, die am Südring (stadtein- und auswärts), an der St. Franziskus-Straße, an der Münchener Straße, Auf'm Hennekamp, am Werstener Feld, an der Dreherstraße und an der A 44 in Höhe Niederrheinstraße sowie im Rheinufertunnel (Digitalkameras) installiert sind.

Zahl der Kontrollen bleibt gleich

Auch die Zahl der mobilen Radarkontrollen werde nicht erhöht "Die Stadt hat fünf Fahrzeuge im Einsatz, mit denen 580 bekannte Gefahrenstellen überwacht werden, das ist ausreichend", so Zimmermann. Rein statistisch gesehen kann jede Gefahrenstelle an drei Tagen im Jahr kontrolliert werden. Dazu gehören beispielsweise Straßen vor Schulen oder vor Kindertagesstätten. Gerade Kinder und Jugendliche müssten sich sicher fühlen können.

Es sei prinzipiell nicht das Ziel der Stadt, mit Knöllchen Autofahrer zur Kasse zu bitten, um den Etat aufzubessern, erklärte Zimmermann: "Es steht die Verkehrssicherheit im Vordergrund." Autofahrer sollten dazu gebracht werden, an gefährlichen Stellen nicht zu schnell zu fahren. Denn überhöhte Geschwindigkeit ist eine der häufigsten Unfallursachen.

(RP)