Song Contest: Hannover giftet gegen Düsseldorf

Song Contest : Hannover giftet gegen Düsseldorf

In Hannover schielt man seit der Entscheidung, den Eurovision Song Contest (ESC) an Düsseldorf zu vergeben, etwas neidisch zu den Nachbarn in NRW. Ist doch die deutsche Grand-Prix-Hoffnung Lena Meyer-Landrut gebürtige Hannoveranerin. Nun wird in der dortigen Presse spekuliert, die Stadt Düsseldorf könnte bei der Bewerbung andere Kandidaten ausgetrickst haben.

Der Vorwurf: Düsseldorf habe nur vorgegeben, eine Ausweichlösung für den Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf parat zu haben. Dies nähre den Verdacht, so die "Hannoversche Allgemeine Zeitung", die Stadt habe ihre Bewerbung auf Basis unvollständiger Kostenrechnungen durchgeboxt.

Weil der ESC die Esprit-Arena im April/Mai 2011 sechs Wochen lang beansprucht, sollte die Fortuna ins Paul-Janes-Stadion umziehen, so der ursprüngliche Plan. Die Polizei äußerte jedoch kürzlich Sicherheitsbedenken, die Infrastruktur um das Stadion sei nicht ausreichend. Ein Alternativ-Plan sieht nun vor, auf der Trainingswiese der Fortuna eine provisorische Stahl-Tribüne zu errichten. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat schon positive Signale gegeben, nur die Kosten sind laut Stadt noch offen. Da setzen die Hannoveraner nun an.

Bei der Stadt Düsseldorf weist man solche Anschuldigungen zurück. Schließlich habe sich erst Wochen nach dem Grand-Prix-Zuschlag herausgestellt, dass es Probleme mit dem Paul-Janes-Stadion gebe. Um die Kosten abzudämpfen, ist die Stadt noch auf der Suche nach einem Namenssponsor für das Stadion-Provisorium. Momentan heißt es Rheinstadion.

Unterdessen verlief gestern die zweite Ticket-Verkaufswelle für den ESC über die Internetseite www.dticket.de weitgehend störungsfrei. Nur am Anfang habe es kurz gehakelt, sagte Philipp Laferi, Sprecher der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH, die die Seite dticket betreibt. Gestern Nachmittag gab es noch Karten in allen Kategorien (19 bis 69 Euro) für das Jury-Finale am 13. Mai, das als Generalprobe für das Finale gilt. Am vergangenen Sonntag, als die Karten fürs Finale verkauft wurden, waren die Server von dticket zeitweilig wegen des Ansturms überlastet.

Wohl in der dritten Januarwoche, so Laferi, wird es weitere Tickets für die Veranstaltungen des Song Contests geben. Dann können Eintrittskarten für die beiden Halbfinal-Shows am 10. und 12. Mai erworben werden. Bis dahin wird feststehen, welche europäischen Länder in welchem Halbfinale antreten.

Der NDR hat angekündigt, gegen den Handel von Tickets auf dem Schwarzmarkt vorzugehen. Der Weiterverkauf über Internetplattformen oder Auktionen sei in den Geschäftsbedingungen, denen beim Kauf der Tickets zugestimmt werden musste, ausdrücklich untersagt und verboten, teilte der NDR mit. Über den Schwarzmarkt gehandelte Eintrittskarten könnten zudem ohne Ankündigung gesperrt werden. Derzeit prüfe der NDR, inwieweit gegen Anbieter von Tickets für den Song Contest vorgegangen werden könne.

Im Internetauktionshaus Ebay werden zahlreiche Finaltickets zum Verkauf angeboten. Für zwei Karten der höchsten Preiskategorie müssen bis zu 899 Euro gezahlt werden. Beim offiziellen Ticketverkauf kosteten die Karten 378 Euro.

Mehr zum Eurovision Song Contest lesen Sie in unserem Special.

(RP)
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