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Düsseldorf: Handwerkskammer kooperiert mit Fortuna

Düsseldorf : Handwerkskammer kooperiert mit Fortuna

Beim Tag des Handwerks wurde vor dem Carsch-Haus und in den Schadow Arkaden Nachwuchs für handwerkliche Berufe gesucht - auch mit Hilfe von Fußball-Profis der zweiten Bundesliga.

Kaum hatten Michael Rensing und Axel Bellinghausen in eine Kamera gelächelt, wartete schon der nächste Fan auf seinen persönlichen Schnappschuss mit den beiden Fortuna-Spielern. Die Zweitliga-Profis waren am Samstag jedoch nicht nur zur Autogrammstunde in die Innenstadt gekommen, sondern auch um die Kooperation zwischen der Fortuna und der Handwerkskammer vorzustellen. Künftig sollen Düsseldorfer Fußballtalente die Möglichkeit bekommen, parallel zu ihrer Fußballerkarriere an ihrer beruflichen Zukunft nach der sportlichen Karriere zu feilen. Rund 50 handwerkliche Betriebe in der Region bieten den Nachwuchskickern eine Teilzeitausbildung an. Eine Arbeitszeit von 20 bis 25 Stunden pro Woche soll noch genug Raum zum Fußballspielen bieten. Wie wichtig es ist, rechtzeitig an seine berufliche Zukunft zu denken, weiß Fortuna-Torwart Michael Rensing aus eigener Erfahrung. Nicht selten endeten Profikarrieren seiner Kollegen aufgrund von Verletzungen abrupt. "Es ist nicht so, dass die Arbeitswelt nach dem Sport auf einen wartet", erzählte er. Deshalb sei es wichtig, für die Zeit nach dem Sport vorzusorgen. Die Kooperation ist zunächst auf zwei Jahre beschränkt, soll bei Erfolg aber fortgeführt werden.

Neben dem Fußballnachwuchs ging es beim Tag des Handwerks aber vor allem um die handwerklichen Talente von morgen. Besonders um die, die den Sprung in die Arbeitswelt zu verpassen drohen. Zwar haben die meisten Ausbildungen bereits im August begonnen, doch für Verspätete gibt es noch eine zweite Chance. Mit der 5-nach-12-Lehrstellenbörse beriet die Handwerkskammer junge Menschen, die noch nach einer Lehrstelle suchen. Denn Fachkräftemangel wird für Handwerksbetriebe zunehmend zum Problem. Hunderte Lehrstellen in Düsseldorf sind in diesem Jahr offengeblieben, so dass der Wettbewerb um Talente härter wird. "Durch den demografischen Wandel gibt es immer weniger Nachwuchs", berichtete Christian Henke von der Handwerkskammer. Ein weiteres Problem für die handwerklichen Betriebe sei der Fokus auf eine akademische Ausbildung. Für viele Absolventen käme nach der Schule einzig ein Studium infrage. Dabei müssen sich Ausbildung und Studium nicht unbedingt ausschließen. Durch duale und triale Studienangebote ließe sich das in vielen Fällen miteinander kombinieren.

Neben dem Hauptstand am Carsch-Haus berieten die Mitarbeiter der Handwerkskammer auch in den Schadow Arkaden Schüler und Absolventen bezüglich ihrer Zukunft. Einer von ihnen war Robin Kellermann, der aktuell noch in die zehnte Klasse geht, sich aber schon auf die Zeit danach vorbereiten will. "Mir hat gut gefallen, dass ich gleich mehrere Anlaufstellen bekommen habe", sagte er. Bevor er sich auf ein Feld festlegen will, wird er zunächst einige Praktika absolvieren. Neben Berufsanfängern gab es auch ein Informationsangebot für Absolventen. Ein Markt der Möglichkeiten informierte Interessierte über Weiterbildungen im Handwerk, um sich am Ende auch ohne Fußballkarriere Meister nennen zu dürfen.

(RP)