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Schloss Benrath: Hakenkreuz? Nein, Sonnenrad

Schloss Benrath : Hakenkreuz? Nein, Sonnenrad

Die eisernen Tor- und Gitterornamente am Eingang zum Benrather Schloss sorgen bei Spaziergängern immer wieder für Verwirrung. "Was sollen denn die Hakenkreuze am Schlosseingang?" - das ist eine Frage, die Sabine Krohm-Steinberg von der Stiftung Schloss und Park Benrath häufiger gestellt wird. Die Antwort ist einfach: Es sind keine Hakenkreuze sondern Sonnenräder, ein uraltes Symbol, das beim Schlossbau im 18.Jahrhundert verwendet wurde, lange bevor Hitlers braune Horden es als berüchtigtes Zeichen ihrer Macht missbrauchten.

"In der Zeit des Schlossbaus war das Sonnenrad schick, modern und sehr gebräuchlich", sagt Krohm-Steinberg. "Die damaligen Herrscher haben sich gerne mit Göttern verglichen und sich dabei an der Antike orientiert." In alten Kulturen galt die Sonne seit jeher als Lebensspender, als Zeichen der Kraft und der Wärme.

Das Sonnenrad ist somit eines der ältesten Symbole der Menschheit und am Tor des Benrather Schlosses kein Fall für den Staatsanwalt. Das von völkischen und antisemitischen Gruppierungen nach dem Ersten Weltkrieg verwendete Hakenkreuz zeigt das alte Sonnenrad spiegelbildlich und symbolisiert den Hammer des germanischen Donnergottes Thor. Es entwickelte sich schnell vom mystischen Germanensymbol zum "Markenzeichen" der Nazis.

Das Hakenkreuz ist in Deutschland gesetzlich verboten, nach Auffassung mehrerer Staatsanwaltschaften auch in durchgestrichener Form. Zuwiderhandlungen werden mit Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren geahndet.

(RP)