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Düsseldorf-Reisholz: Hafen Reisholz: Kritik am Ausbau

Düsseldorf-Reisholz : Hafen Reisholz: Kritik am Ausbau

Ein moderner Container-Terminal mit Verladebrücken und großen Lagerflächen ist für den Reisholzer Hafen mehrere Nummern zu groß, weil er das Gleichgewicht zwischen Industrie, Wohnsiedlungen und wertvollen Naturreservaten zerstören würde – das jedenfalls denkt eine Initiative von Anwohnern und Umweltschützern.

Ein moderner Container-Terminal mit Verladebrücken und großen Lagerflächen ist für den Reisholzer Hafen mehrere Nummern zu groß, weil er das Gleichgewicht zwischen Industrie, Wohnsiedlungen und wertvollen Naturreservaten zerstören würde — das jedenfalls denkt eine Initiative von Anwohnern und Umweltschützern.

Sie kämpft deshalb gegen ein Logistik-Zentrum an dieser Stelle und hat ihre Sorgen und Bedenken bereits dem NRW-Verkehrsministerium sowie den Mitgliedern des Regionalrates schriftlich mitgeteilt.

In einem großen Container-Terminal sehen die Industrie, die IHK und die Stadtplaner große Chancen für eine Weiterentwicklung des Industrie-Standortes Düsseldorf. Sie haben deshalb in einem Masterplan Industrie vorgesehen, rund 56 Hektar rund um den bestehenden Hafen für einen großen Umschlagplatz zu nutzen. Dazu gehören nicht nur ehemalige Industrieflächen, sondern auch Grüngebiete mit seltenen Pflanzen und Tieren.

"Lärm, Abgase, Flutlicht, Motorengeräusche und ein extrem starker Lieferverkehr rund um die Uhr haben erhebliche negative Auswirkungen auf die benachbarten Wohngebiete und auf die umliegenden Naturschutzgebiete", fasst Landschaftsarchitektin Ellen Förster die Befürchtungen der Bürgerinitiative Reisholzer Hafen zusammen. Sie hat dabei auch die weitere Umgebung im Blick — den Himmelgeister Rheinbogen, die Urdenbacher Kämpe, den Schlosspark Benrath und den Zonser Grind auf der gegenüberliegenden Rheinseite.

"Der Reisholzer Hafen liegt genau im Zentrum dieser zusammenhängenden einzigartigen Auenlandschaft des Rheins", so Förster. Diese Landschaften stehen unter Naturschutz und gehören in großen Teilen auch zu sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH). Sie gelten als Schutzgebiete von europäischer Bedeutung, weil dort Tier- und Pflanzenarten existieren, die europaweit als gefährdet gelten.

Der Bau eines Hafens verletze bereits die Schutzbestimmungen für FFH-Gebiete, erklärt Förster. Die ließen eine Bebauung erst in 300 Meter Entfernung zu den Grüngebieten vor. Der Container-Terminal würde aber auf 200 Meter an die geschützten Flächen heranrücken. Außerdem würde ein Erholungsgebiet für die Düsseldorfer im Süden der Stadt beeinträchtigt.

Um die Auenlandschaft zu schützen, müssten für Container-Terminals — die Initiative hält ihn für "Schwerindustrie unter freiem Himmel" — andere Standorte am Rhein, etwa bei Krefeld, Köln oder Duisburg, gesucht werden. Voraussetzung dafür sei, so Förster, ein Gutachten des Landes NRW zu den zu erwartenden Strömen des Container-Verkehrs.

(RP/ila)