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Düsseldorfer Hafen: Hafen-Kooperation mit Köln startet

Düsseldorfer Hafen : Hafen-Kooperation mit Köln startet

Rhein-Cargo heißt das neue Gemeinschaftsunternehmen der Häfen von Düsseldorf, Neuss und Köln. Mit dem Joint Venture holen die drei Rheinstädte mächtig auf im Wettbewerb zu Duisburg, dem größten Binnenhafen Europas. 1,27 Millionen Container werden pro Jahr bewegt.

Mit der Rhein-Cargo hat ein neuer Logistikanbieter von europäischem Format den Betrieb aufgenommen. Firmensitz dieses gemeinsamen Tochterunternehmens von Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH) und der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) ist Neuss, wo gestern Bürgermeister Herbert Napp und die Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf, Jürgen Roters und Dirk Elbers, den neuen Akteur in einem rasant wachsenden Markt vorstellten. Rhein-Cargo als Positivbeispiel regionaler Zusammenarbeit, so waren sich alle einig, stärkt das Rheinland.

2007 kamen erste Gespräche über eine Kooperation in Gang, 2009 wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, Ende August 2012 gaben Bezirksregierung und Eisenbahnbundesamt ihre Zustimmung. Ein aufwendiges Verfahren, das sich auch durch deshalb in die Länge zog, weil die Konkurrenz des Duisburger "Duisport" die Kartellbehörde einschaltete. Diesem Mitbewerber stellen sich die Kooperationspartner mit neuem Selbstbewusstsein: "Alleine mussten wir vielleicht ängstlich sein", sagte Rainer Pennekamp, Aufsichtsrat der Stadtwerke Düsseldorf, einem Träger der NDH. "Zusammen müssen wir keine Angst mehr haben."

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Die Kennziffern des neuen Unternehmens sprechen dafür: 42,5 Millionen Tonnen Güteraufkommen und 1,27 Millionen Container werden von Rhein-Cargo, wo die Kooperationspartner das operative Geschäft ihrer Häfen und Eisenbahnen bündeln, pro Jahr bewegt. Damit ist Rhein-Cargo schon auf Augenhöhe mit Duisport. In einigen Punkten aber wird dieses Unternehmen schon überflügelt: "Es entsteht Deutschlands größtes privates Eisenbahnunternehmen im Güterverkehr", sagte Pennekamp.

495 Mitarbeiter hat Rhein-Cargo, davon gute 150, die von Neusser Hafen und Eisenbahn in das Gemeinschaftsunternehmen wechseln. Sorge um ihren Arbeitsplatz müssten die nicht haben, betont Michael Zimmermann, Fraktionsgeschäftsführer der Kölner SPD: "Rhein-Cargo ist kein Rationalisierungsprojekt, sondern auf Wachstum ausgelegt."

Was von selbst wachsen wird, sind die Warenströme auf Straße, Schien und Wasser. 180 Millionen Tonnen Güter werden derzeit jährlich auf dem Rhein transportiert, klärte Kölns OB Roters auf, 360 Millionen werden es in nicht einmal 20 Jahren sein. Um diese Massen bewältigen zu können, sind auch Investitionen in die Infrastruktur nötig. Im Hafen Reisholz werden "ganz massiv Flächen ausgebaut", kündigte Elbers an. "Weil der Warenverkehr von der Straße auf das Wasser gehört. Und sein Amtskollege Roters verwies auf Ausbauvorhaben im Hafen Köln.

(RP/ila)