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Düsseldorf: Hafen-Ehe stärkt die Region

Düsseldorf : Hafen-Ehe stärkt die Region

Regionale Zusammenarbeit bleibt oft ein Lippenbekenntnis. Aber ausgerechnet zwischen Köln und Düsseldorf klappt es erstaunlich gut. Jüngstes Beispiel: die Kooperation der Häfen.

Der Industriehafen galt viele Jahre als Schmuddelkind von Düsseldorf. Lärm, Krach und Industrie passten nicht so recht zum schicken Image, das die Stadt zu ihrem Haupt-Markenzeichen gemacht hat. Längst haben auch die Verantwortlichen im Rathaus erkannt, dass der Hafen eine wichtige Wirtschaftskraft ist. Und er ist ein Beispiel für gelungene regionale Zusammenarbeit: Erst fusionierten vor einigen Jahren die Häfen von Neuss und Düsseldorf, dann kam die Beteiligung am Krefelder Hafen hinzu. Jetzt ist auch die Kooperation mit Köln perfekt. Rhein Cargo heißt das Produkt und sieht sich mit dem Binnenhafen in Duisburg (immerhin der größte der Welt) auf Augenhöhe.

Es ist ein kluger Schachzug. Denn mit Fracht, Logistik und Veredelung lässt sich in Zukunft am Rande der großen Wasserstraßen viel Geld verdienen. In den großen Nordseehäfen wie Rotterdam oder Antwerpen wird der Containerumschlag in den nächsten zwei Jahrzehnten um 70 Prozent steigen. Die Ware muss transportiert werden und Straßen stoßen gerade in NRW längst an ihre Grenzen. Wer sich jetzt gut aufstellt, ist beim Aufschwung dabei.

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Ausgerechnet die im Karneval gerne der Rivalität bezichtigten Nachbar-Metropolen Düsseldorf und Köln verstehen sich seit einiger Zeit bestens, wenn es darum geht, zusammenzuarbeiten und die Region damit zu stärken. Erst Anfang Juli hatten die beiden OB, Dirk Elbers (CDU) und Jürgen Roters (SPD), gemeinsam eine Liste von Verkehrsprojekten präsentiert, für die beim Bund auf Zuschüsse gedrängt werden soll. Gemeinsam ist man stärker, so die Einsicht.

Herzstück der jüngsten Allianz soll der neue Reisholzer Hafen werden. "D-Port" heißt das neue Mega-Projekt für den Düsseldorfer Süden. Bislang waren es nur vage Planungen. Diese Woche wurde es konkreter: Der Planungsausschuss machte den Weg frei für die Neugestaltung. Auf 56 Hektar soll einer der modernsten Binnenhäfen Europas entstehen, der sogar die großen Containerschiffe der sogenannten Jowi-Klasse aufnehmen kann. Es ist zwar nur der Auftrag, die Bebauungsplan-Vorentwürfe zu erstellen, aber die Industrie dürfte zufrieden sein. Die Hafenpläne sind das Leuchtturmprojekt des "Mastplan Industrie", in dem Unternehmen, IHK und Stadt an einem Tisch sitzen. Politisch dürfte der Hafenausbau einen breiten Konsens finden.

CDU und FDP bejubelten Elbers im Wirtschaftsförderungsausschuss, als er nur das Wort "Reisholzer Hafen" in einem Nebensatz erwähnte. Die SPD fährt diesen industriefreundlichen Kurs mit Blick auf die Arbeitsplätze schon seit langem. Einen Teilerfolg verzeichnen auch die Anwohner des Hafens. Für den Ausbau sollen keine Häuser abgerissen werden. Unklar ist die Haltung von Grünen und Umweltschützern. Letztere hatte erst kürzlich darauf hingewiesen, dass seltene Molche, Schmetterlinge und Schwarzkehlchen auf dem künftigen Hafengelände leben. Die Naturfreunde stecken aber in einem Dilemma, denn der Ausbau der klimafreundlichen Binnenschifffahrt ist auch eine ihrer zentralen Forderungen. Da dürfte es schwer werden, einen Binnenhafen wegen einiger Kammmolche zu blockieren.